Für die Displaybeleuchtung kann auch die Farbtemperatur gewählt werden. Dies geschieht idealerweise automatisch: Dann wird der Blauanteil für die Beleuchtung verringert, je später es wird, was den Schlaf des Nutzers verbessern soll. Hierbei hilft es auch, dass die Helligkeit so weit heruntergeregelt werden kann, dass das Display auch bei totaler Dunkelheit nicht unangenehm blendet.

Der eReader wird vor allem über den Touchscreen bedient, es gibt leider keine Blättertasten. Der Nutzer kann entweder mit Wischbewegungen oder durch Tippen auf das Display durch ein Buch blättern. Erfreulicherweise können unterschiedlich Displaybereiche definiert werden, auf denen durch Tippen vor- oder zurückgeblättert werden kann.

Kobo Aura One vs. Kindle Voyage: Deutlicher Größenunterschied (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Kobo Aura One vs. Kindle Voyage: Deutlicher Größenunterschied (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Für Texteingaben steht eine Bildschirmtastatur zur Verfügung, die für ein E-Paper-Gerät recht zügig reagiert. Allzu schnell sollte man darauf aber nicht schreiben, sonst kommt es zu Tippfehlern – ein typisches Problem eines E-Paper-Touchscreens, mit dem sich der Anwender arrangieren muss.

Das Gehäuse ist wasserdicht

Eine Besonderheit des Aura One ist das wasserdichte Gehäuse, das die IPX8-Schutzklasse erfüllt. Das bedeutet, dass das Gerät eine Stunde lang bis zu zwei Meter unter Wasser getaucht werden kann. Damit muss sich der Gerätebesitzer keine Sorgen machen, dass es beim Strandbesuch durch eindringendes Wasser Schaden nimmt. Es kann auch mit in die Badewanne genommen werden – die Bedienung ist aber mit nassen Fingern oder Wasser auf dem Touchscreen erheblich eingeschränkt.

Kobo Aura One für 239 Euro bei euronics.de

Es ist bei kapazitiven Touchscreens bauartbedingt, dass diese sich nicht mit nassen Fingern bedienen lassen. Wer also mit dem eReader in der Hand in der Wanne lesen möchte, muss darauf achten, dass die Finger und zumindest die Displayfläche trocken sind. Somit sind ähnliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen wie bei einem Buch. Dezidierte Blätterknöpfe wären hier praktischer: Der Nutzer könnte einfach damit umblättern, und zumindest das Lesen im gleichen Buch wäre ohne Einschränkungen möglich.

Mit dem Aura One können eBooks und Dateien der Formate Epub, Epub3, Pdf, Mobi, Html, Cbz, Cbr, Rtf, Txt, Jpeg, Gif, Png, Bmp, sowie Tiff geöffnet und gelesen werden. Wer eBooks in einer öffentlichen Bibliothek ausleiht, sollte diese damit lesen können.

Vorzügliche Reaktionszeit

Bezüglich der Reaktionszeit liefert der Aura One vorzügliche Werte, und auch die Pocket-Integration ist ein Gewinn.

Im Aura One stecken ein nicht näher spezifizierter NXP-Solo-Lite-Prozessor, 512 MByte RAM und 8 GByte Flash-Speicher. Mit dieser Ausstattung reagiert das Gerät zügig, der Seitenaufbau ist entsprechend schnell. Beim Aufwachen aus dem Bereitschaftsmodus gibt es keine lästige Wartezeit.

Bis zu 6.000 Bücher sollen in den internen Speicher passen, so dass das Fehlen eines Steckplatzes für Speicherkarten für die meisten verschmerzbar sein dürfte. Das Gerät unterstützt nur Single-Band-WLAN und hat auch kein Mobilfunkmodem eingebaut. Wer unterwegs das mobile Internet damit nutzen möchte, kann aber sein Smartphone zum WLAN-Hotspot machen.

Textdarstellung lässt sich umfangreich konfigurieren

Das 7,8-Zoll-Format führt zu einer noch angenehmen Zeilenlänge. Wer die Zeilen trotzdem zu lang findet, kann diese verkürzen, indem er den Randbereich entsprechend vergrößert. Dieser kann mit Schiebereglern modifiziert werden; das Erscheinungsbild des Textes lässt sich sehr umfangreich anpassen.

Kobo Aura One im Test: Groß, wasserdicht und fast der perfekte eReader
3.2 (64%) 5 Bewertungen

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