Niemand kann bestreiten, dass Informationen heutzutage für jeden mit einem Internetanschluss immer leichter und vielfältiger abrufbar sind – und dies in der Regel kostenlos. Das heißt aber trotzdem nicht automatisch, dass die Zeit der Bücher als Wissensquelle vorbei ist, denn das Internet hat auch klare Nachteile als Informationsquelle. Gute Inhalte sind immer öfter hinter Paywalls versteckt, es ist oft unklar wie glaubenswürdig die gefundenen Informationen sind, und wer schöne Präsentation bevorzugt ist bei Büchern oft immer noch besser vertreten.

Sachbücher

Dass Sachbücher nicht am aussterben sind kann man alleine daran feststellen, dass die Abteilungen historische Sachbücher, Biografien und Reiseführer in letzter Zeit eher zu- als abnehmen (immer interessant ist es die Spiegel Bestseller Liste zu verfolgen). Je nach Sachbuch kann das an dem guten Layout liegen, alle Informationen schon für den Leser sortiert und angeordnet, oder einfach daran, dass ein zusammenhängendes, gut geschriebenes Ganzes aus dem Wissen gewoben wird. Im Internet mag man alle einzelnen Punkte finden, aber wer die Geschichte Roms von der Gründung bis zum ersten Kaiser Augustus im Detail verfolgen und dabei noch Spaß am Lesen haben will, ist mit einem Buch besser bedient.

Wörterbücher

Online Wörterbücher gibt es zwar jetzt auch schon einige, aber viele der Vorteile von guten Wörterbüchern gehen bei diesen verloren. Die nicht seriösen enthalten auch Definitionen, die beim besten Willen nicht allgemein gültig sind, da im Internet bekanntermaßen jeder so tippt wie er will. Andere Angebote, wie die Onlineversion des Duden, umgehen dieses Problem, bieten aber trotzdem nicht alles an – zum Beispiel fehlen ausführliche Etymologien (oder, je nach Wort, überhaupt Etymologien) und der Alphabets-Überblick. Mehrsprachige Wörterbücher, die nach Themenbereichen und mit Bildern illustriert Übersetzungen zur Schau stellen, fehlen im Internet auch noch.

DIY/Handwerksbücher

Anleitungen für alles Mögliche gibt es im Internet, aber wer nicht die Geduld hat sich auf YouTube endlose Videos anzuschauen (ohne zu wissen, ob der Ersteller von Handwerken wirklich Ahnung hat) oder sein Gerät doch lieber nicht mit in den Handwerkskeller voller Potenzial für Schaden an sensibler Elektronik nehmen will, greift auf das Buch zurück. Wer, gerade neu inspiriert erkennt, dass die Schrauben ausgegangen sind und dann doch keine Lust hat zum nächsten Baumarkt zu fahren, kann aber bei Online Händlern wie RS Components alles an Zubehör bestellen.

Die akademische Welt

Für die Gebiete wo Fachkenntnis und Richtigkeit absolut notwendig für Recherchen sind ist das Internet zwar genauso eine Goldgrube für obskure Fakten, aber in der Regel weniger vertrauenswürdig als die Veröffentlichungen von akademischen Verlagen, die von Experten begutachtet werden. Außerdem sind die meisten akademischen Journale online nicht gebührenfrei zugängig, wenn man nicht einer Institution angehört, die den jeweiligen Verlag für Zugriff bezahlt.

Da bleibt für alle anderen nur noch – das Buch.

Bücher als Wissensquelle im Internetzeitalter
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