Die US-amerikanische Techniknews-Seite TECHNEWSDAILY hat in einem aktuellen Artikel die Frage aufgeworfen, wer denn nun eigentlich den eReader auf dem Gewissen hat und schlägt gleich ein paar Verdächtige vor. Wenig überraschend sieht man eine Hauptschuld bei den Herstellern. Als 2010 das iPad auf dem Markt kam, und in seinem Windschatten immer mehr Hersteller immer günstigere Tablets vorstellten, kam der eReader in Bedrängnis. Selbst die drei größten Hersteller von eBook-Readern – Amazon, Nook und Kobo – haben mittlerweile eigene Tablets im Angebot.

Während der Artikel zurecht darauf verweist, dass die eInk-Technologie in Sachen eBook-Lesen immer noch ungeschlagen ist, kann man Kunden natürlich verstehen, die keine Lust haben, sich zwei Geräte anzuschaffen, wenn man auf einem Tablet ebenfalls eBooks lesen kann – selbst wenn dies auf einem Tablet wesentlich ungünstiger für die Augen ist. Zwar ist ein eReader billiger als ein Tablet, doch so weit sind die Preise mittlerweile nicht mehr auseinander. Die günstigste Variante des Kindle Fire Tablets von Amazon kostet nur 30 Euro weniger mehr als ein Kindle Paperwhite und lässt sich logischerweise weit vielseitiger einsetzen. Und selbst wenn der Preis keine Rolle spielt, müsste man zwei Geräte mit in den Urlaub nehmen, was letztlich eben unpraktisch ist.

eBook lesen auf eReader oder Tablet

Für die Verlage spielt es ebenfalls keine Rolle, ob Leser ihre eBooks auf einem eReader, Tablet, Smartphone oder sonstwo lesen. Solange immer mehr Kunden ein Gerät haben, auf dem eBooks gelesen werden können, wird der eBook-Markt weiter wachsen. Alles andere dürfte für das Verlagswesen keine größere Rolle spielen.

Überraschenderweise scheint man bei TECHNEWSDAILY auch den Formfaktor der eReader als Mittäter auszumachen. Bei einem Tablet bewegt man öfters seine Hand, um beispielsweise mit einem Wischen umzublättern. Wer einen eReader benutzt, bewegt seine Hände weit weniger, wodurch man das Gerät längere Zeit in derselben Position hält, was auf Dauer anstrengend sein kann. Hier sei allerdings erwähnt, dass eReader zumeist weniger wiegen als Tablets in einer ähnlichen Größe.

Alles scheint für den eReader aber noch nicht verloren. Als Beispiel wird eine Aussage von Mike Shatzkin, dem Gründer der Idea Logical Company, einer Beratungsfirma, die sich auf den digitalen Wandel im Buchmarkt spezialisiert hat, angeführt. Dieser meint, dass die Verkaufszahlen der eReader zwar kontinuierlich sinken, sich aber in den kommenden Jahren auf einem stabilen Niveau einpendeln werden. Der eReader wird vermutlich bleiben, was er ist: Ein Nischenprodukt für Kunden mit speziellen Wünschen und Ansprüchen.

Wer ist schuld am eReader-Tod?
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