Kostenlose eBooks sind, wie bei anderen digitalen Medien auch, sehr beliebt. Die Bewegründe diese zu Verfügung zu stellen oder zu konsumieren sind unterschiedlich und reichen von altruistischen Absichten bis hin zu illegalen Vorgehensweisen eBooks zu beziehen oder zu verbreiten. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Schreiben und Erstellen von Werken mit viel Arbeit verbunden ist und grundsätzlich dem Urheberrecht untersteht, das heißt, nur der Autor eines Buches ist dessen Urheber, dieses Recht ist nicht übertragbar. Anders sieht es bei den Nutzungsrechten aus. Diese sind Gegenstand von Vereinbarungen oder Verträgen im Verlagswesen und der Publizistik. Meist werden Bücher – digital oder analog – kostenpflichtig veräußert. Mit dem Erwerb erhält der Käufer bestimmte Nutzungsrechte übertragen. Ein großer Unterschied zwischen eBooks und gedruckten Büchern beschreibt die physische Beschaffenheit gegenüber einer rein digitalen Existenz, so wie es nun mal bei den eBooks der Fall ist.

Eigentum an Büchern – Unterschied gedrucktes Buch und eBook

Wer mit seinem digitalen Lesegerät Inhalte ausgeben möchte, der bezieht die Medien meist von den Onlineshops. Zu diesen zählen: Amazon, Thalia, Hugendubel (ebook.de) iBooks von Apple oder die Google Play Books für Android Devices. Im Grunde findet bei diesem Medienzugang ein Erwerb zur Nutzung statt, nicht aber ein Kauf, wie bei einem gedruckten Buch. Dabei wird ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht auf den digitalen Titel beziehungsweise dem Text als File ausgesprochen, nicht aber ein Recht auf Wiederverkauf, einem Verschenken oder eine Vervielfältigung des eBooks. Als Ausgabegerät der Datei dient ein eBook-Reader oder ein anderes geeignetes Ausgabeendgerät. Wer hingegen ein gedrucktes Buch kauft, der erhält auch das Eigentum an dem Buch, darf dieses also auch wiederverkaufen.

In der Regel versehen die Anbieter von eBooks die Medien mit einem Kopierschutz, der eine unerlaubte Vervielfältigung verhindern soll. Betreiber illegaler Internetplattformen sind aber in der Lage, diese Vorkehrungen zu umgehen oder diese zu entfernen. Viele Selfpublisher finden ihre mühsam erstellten Werke im Angebot solcher illegaler Dienste. Mithilfe von Software oder spezialisierten Dienstleistern lassen sich diese Anbieter aufspüren und gegen Sie vorgehen. Eine 100-prozentige Absicherung und ein voll verlässlicher Kopierschutz existieren leider nicht.

Wer als Leserin oder Leser elektronische Bücher bezieht, erwirbt die Nutzungsrechte meist kostenpflichtig. Dennoch bieten auch legale Anbieter kostenlose Bücher an, es handelt sich oftmals um Werke, deren Urheberrecht erloschen ist, zum Beispiel dann, wenn eine bestimmte Zeit nach dem Ableben des Autors abgelaufen ist. >>Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tode des Urgebers so § 64 UrhG<<. Allerdings kann auch nach dieser Frist das Urheberrecht auf die Erben übergehen.

Anbieter legaler kostenloser eBooks

Bücher, deren Urheberschaft erloschen ist, findet man auch auf Portalen wie iBooks oder Google Play Books. Diese eBooks sind kostenlos und dürfen frei von Entgelt gelesen werden. Weitere kostenlose elektronische Bücher sollen Aufmerksamkeit auf weitere Titel bezwecken und werden von Autoren gerne als Werbemittel für die Selbstvermarktung genutzt. Dabei handelt es sich nicht immer um vollständige Werke, Leseproben und Buchvorschauen werden ebenfalls gerne für die Leserschaft kostenlos bereitgestellt. Diese Leseproben lassen sich bei Gefallen unkompliziert vervollständigen, bei Nichtgefallen wird die Datei einfach vom Lesegerät gelöscht.

Project Gutenberg – digitaler kultureller Schatz für die Allgemeinheit

Eine weiterer Ansatz Bücher auch in digitaler Form kostenfrei zu Verfügung zu stellen folgt dem Grundgedanken der kulturellen Weitergabe und dem Erhalt von geistigen Werken. Hierbei stehen die freie Verfügbarkeit und die Nutzung durch die Allgemeinheit im Vordergrund. Solche Titel sind nach Ablauf des Urheberrechtes gemeinfrei. Diesen Leitgedanken hat auch der Gründer von Project Gutenberg, Michael S. Hart (1947-2011) aufgenommen und eine Onlinebibliothek von gemeinfreien Werken erstellt. Auf diesem Onlineportal befinden sich  über 36.000 frei verfügbare Buchwerke als eBook. Der Download ist auf PC, Android, iOS, Kindle und andere Devices möglich. Das Projekt bietet kostenlose eBooks, die Betreiber bitten aber um freiwillige Spenden, auch eine Mitarbeit bei der Digitalisierung von gedruckten Büchern oder dem Aufnehmen von Hörbüchern ist möglich. Die meisten Werke sind auf Englisch erhältlich, auch zahlreiche deutsche Werke sind verfügbar.

Project Gutenberg ist gerade in dieser Zeit von großer Bedeutung. Die digitale Verfügbarkeit baut Hürden ab, verstärkt aber auch einen unbedachten Umgang mit Kulturgütern und geistigem Eigentum von Urhebern.

Kostenlose eBooks – Werbung, Kulturgut oder Buchpiraterie?
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