„Am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern. Es sei denn, es schießt einer ein Tor.“ Und: „Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!“. Kaum ein Fußballfan, der sich nicht an die mehr oder weniger lustigen und dabei im Kern so wahren Aussprüche von „Kaiser“ Franz Beckenbauer erinnert. Der 1945 geborene Fußballer, der noch heute seinem Club Bayern München als Ehrenpräsident aufs Engste verbunden ist, kann auf eine beispiellose Karriere als Spieler und als Trainer zurückblicken. Er war als Kicker Weltmeister, Europameister, Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Als Trainer führte er die deutsche Elf zum Weltmeister- und Vizeweltmeistertitel, den FC Bayern zur Meisterschale, und Olympique Marseille sowie den US-amerikanischen Club Cosmos New York zu ihren entsprechenden Landestiteln.

 

Das Frühere Leben der Fußballer

Kein Wunder, dass „Kaiser“ Franz etliche Autoren dazu angeregt hat, seine Biografie zu schreiben. Wem es mehr an den Anekdoten rund um Beckenbauer gelegen ist als an einer tiefschürfenden Untersuchung seiner Jugend und der diversen Karrierestationen, findet unter anderem in „Franz Beckenbauer: Kleine Anekdoten aus dem Leben einer großen Fußballikone“ Erklärungen, wie eine Watschn seinen Kurs und damit den des deutschen Fußballs beeinflusst hat, woher sein Spitzname kommt und mehr.

Wenig zum Schmunzeln, aber viel Stoff zum Nachdenken bietet Zlatan Ibrahimovics schonungslose Autobiografie „Ich bin Zlatan“. Der gebürtige Schwede guckt dabei auf eine Kindheit zurück, die ihre Spuren in dem erfolgreichsten schwedischen Kicker aller Zeiten hinterlassen hat. Seine Eltern, ein muslimischer Bosnier, und seine Mutter, eine katholische Kroatin, hatten sich nach ihrer Auswanderung kennengelernt, aber die Ehe hielt nicht. Als die mit fünf Kindern überforderte Mutter mit gestohlener Ware entdeckt wurde, schickte das Sozialamt Ibrahimovic zu seinem Vater. Doch auch da war das Leben alles andere als rosig, und im Kühlschrank gab es nicht allzu selten nur Bier. Hunger wurde für den Jungen alltäglich, und Laden- und Fahrraddiebstähle folgten. Seine Rettung wurde der Sport. Seit er sechs war, hatte Zlatan Fußball gespielt, und als er 15 Jahre alt war, unterzeichnete er einen Vertrag mit dem FF Malmö, der sein Leben veränderte – gerade, als er dabei war, den Sport aufzugeben und stattdessen Hafenarbeiter zu werden.

„Ich bin Zlatan“ ist international zu einem der erfolgreichsten Sportbüchern geworden.

Fußball-Legende Ronaldo ist ein weiterer Kicker, der es raus aus der Armut und hinein in die Riege der internationalen Superstars geschafft hat. Der auf der Insel Madeira aufgewachsene Cristiano Ronaldo zählt zu den absoluten Spitzenstars des Sports, was sich regelmäßig auch bei den Fußball-Tipps zeigt. Dabei war sein Weg alles andere als leicht. Ein alkoholkranker Vater, Herzrhythmusstörungen, die eine Operation erforderten, und hinzu Akzeptanzprobleme in seinem ersten professionellen Club Sporting Lissabon, wo sich die anderen Spieler über seinen Akzent lustig machten – all das konnte seinen Aufstieg in den Sportlerolymp nicht verhindern und liefert reichlich Material für diverse Biografien des oft als arrogant eingestuften Portugiesen.

Wie dicht Erfolg und Absturz beisammen liegen können, zeigen auch die Bücher, die über den erfolgreichsten deutschen Torjäger aller Zeiten, Gerd Müller, geschrieben worden sind. Der im April 2021 im Alter von 75 Jahren gestorbene „Bomber der Nation“ hatte in seinen letzten Jahren an Alzheimer gelitten und wurde im Pflegeheim betreut.

Seine Leistungen waren allerdings längst in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen. Der 1964 zum FC Bayern München gekommene Stürmer kickte sich rasch in die Herzen der Fans und die Spitze der deutschen Fußballelite. Mit 365 Toren in 427 Bundesligaspielen ist er bis heute unangefochtener König der Bundesligatorschützen. Nach dem Ende seiner deutschen Karriere ging er für sechs Jahre samt Familie zu Fort Lauderdale in den USA. Doch nach seiner Rückkehr stand der „Bomber der Nation“, der außer Familie nur den Fußball kannte, ohne Job da. Stück für Stück stürzte Gerd Müller ab, in den Alkoholismus.

Lange leugnete er sein Problem auch vor sich selbst. Erst Uli Hoeneß kam an ihn ran. Für Gerd Müller begann der härteste Zweikampf seines Lebens, der mit sich selbst. Entgiftung, Intensivstation – in Interviews auch für seine Biografien beschönigte Müller nichts, was seine dunkelsten Zeiten und seine Rettung betreffen. Die Sucht bezwungen zu haben sei sein größter Sieg, sagte der „Bomber der Nation“ in späteren Jahren. Wichtiger noch als sein WM-Titel oder die anderen Erfolge, die Gerd Müller unsterblich gemacht haben.

Die Trainer

Trainer sind ebenfalls ein beliebtes Thema für Sportbücher, und kein deutscher Trainer hat sich in diesem Jahrtausend international einen größeren Namen gemacht als Jürgen Klopp. „Ich mag’s, wenn’s kracht“ ist eines von zahlreichen, dem langjährigen Liverpool-Manager gewidmeten Büchern.

Während er als aktiver Spieler nie über das Mittelmaß hinauskam, zeigte er auf der Trainerbank bei seinem ehemaligen Club Mainz 05 schon bald, was für ein Potenzial er auf der anderen Seite besaß. Als Interimstrainer sicherte er ihnen den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, und als Chef führte er die Rheinhessen 2004 ins Oberhaus. Das hielt zwar nicht lange an, genau wie der Verbleib von Klopp, doch auch mit seinem nächsten Club Borussia Dortmund machte er aus einem Wackelkandidaten eine Mannschaft, mit der selbst die Spitzenvereine hart zu kämpfen hatten. 2012/2013 schaffte er es mit den Borussen sogar bis ins Finale der Champions League, wo mit dem FC Bayern erstmals in der Geschichte zwei deutsche Clubs aufeinandertrafen. Die Bayern gewannen zwar knapp, aber Klopps Kultstatus war gesichert. Und weil Klopps Sprüche fast so schön sind wie die von „Kaiser“ Franz, gibt es auch ein E-Book nur mit seinen Zitaten, inklusive seinem Abschied aus Dortmund, wo er sagte: „Ein großer Kopf muss weg – und das ist meiner.“ Lesenswert sind all diese Bücher nicht nur für hartgesottene Fans.

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