Weil immer wieder die Frage auftaucht – Was genau ist eigentlich ein eBook? – möchte ich an dieser Stelle doch ganz gern ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten, wer schon weiß, was ein eBook (Schreibweise laut Duden: E-Book) ist, und welche Vor- und Nachteile eBooks bieten, kann jetzt getrost weiterblättern.

Zum Begriff: Was ist ein eBook

Der Begriff eBook stammt vom englischen electronic book und ist ein digital gespeicherter Buchinhalt. eBooks lassen sich mit darauf spezialisierten eReadern (oder: E-Book-Readern), die meist über ein E-Ink-Display (elektronische Tinte) verfügen, anzeigen. Man kann aber auch mit spezieller Software bzw. Apps ausgerüstete Computer, Smartphones oder Tablet-PCs zum Lesen von eBooks nutzen.

Vorteile von eBooks

eBooks können in entsprechenden Shops jederzeit heruntergeladen werden und wiegen fast nichts. Auf einen eReader lassen sich meist mehrere Tausend eBooks speichern. Zudem versprechen eBooks eine größere Barrierefreiheit, da sich die Buchstaben enorm vergrößern lassen und so auch sehbehinderten Menschen ein bequemes Lesen ermöglichen. Auch die Blendfreiheit bei eReadern mit E-Ink-Display ist für entsprechend empfindliche Menschen von Vorteil. Für viele eBook-Verfechter von entscheidender Bedeutung ist die Verfügbarkeit von zahlreichen kostenlosen eBooks – vor allem Klassiker.

Für Ökologie-Bewusste zählt dagegen, dass für die Herstellung eines eBooks kein Baum gefällt werden muss, auch die Lieferkette fällt weg, da die eBooks via Internet heruntergeladen werden. Von Vorteil gerade für Fachbuch-Leser und/oder Studenten ist zudem, dass eBooks immer aktuell gehalten werden können, durch die Möglichkeit integrierter Links kann man sich mit dem Thema tiefer beschäftigen, Markierungen und Notizen können spurlos gelöscht werden. Auch nicht schlecht: Weiß man mal ein Wort nicht, kann man es im integrierten Wörterbuch oder per WLAN im Internet nachschlagen. eBooks und eReader ermöglichen außerdem das „soziale Lesen“, also das Teilen von besonders beliebten Textstellen.

Nachteile von eBooks

Der größte Nachteil des eBooks ist wohl, dass es als Software behandelt wird. Kauft man ein eBook, erkauft man sich damit „nur“ das Recht an der Benutzung, also das eBook zu lesen. Besitzen, weiterverkaufen oder weiterverschenken lassen sich eBooks nur in eingeschränktem Maße. So ist es möglich, dass eBook-Anbieter einzelne Titel oder ganze Bibliotheken löschen können, etwa, wenn ein eBook-Leser oder der eBook-Autor gegen Richtlinien verstoßen (haben). So kommt es, dass das Thema Datenschutz bei eBooks mit Vorsicht zu genießen ist, wie eine aktuelle Untersuchung der US-Organisation Electronic Frontier Foundation ergeben hat. Klar ist, es werden Daten gesammelt und gespeichert. Der User selbst hat aber in den meisten Fällen wenig Zugang zu den eigenen Daten.

Auch bei den gibt es Kritik am Umgang mit eBooks. Obwohl die digitalen Inhalte – in Deutschland – als Software behandelt und mit dem normalen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent belegt werden (Bücher: 7 Prozent), gilt auch für eBooks die Buchpreisbindung. In Deutschland sind eBooks dadurch oft nur unwesentlich günstiger als ihre gedruckten Brüder und Schwestern. Auch hochumstritten ist der Kopierschutz (DRM). Es gibt allerdings mittlerweile eine Reihe von DRM-freien eBooks und eBook-Shops. Ein echtes Ärgernis ist dagegen die eBook-Formate-Vielfalt. Die ist zwar – zumindest was die schiere Anzahl angeht – nicht wirklich groß, aber wer sich einen Amazon eReader wie den Kindle Paperwhite zulegt, kann auf legalem Wege keine eBooks im populären ePub-Format (wenn sie mit einem Kopierschutz belegt sind) lesen und umgekehrt. In Amazons Kindle-Shop gekaufte eBooks lassen sich nur auf einem Kindle-eReader oder über eine Kindle-App anzeigen.

Ihr habt noch mehr Vor- und Nachteile von eBooks, dann ab damit in die Kommentare. Auch für Fehlerkorrekturen und Kritik ist dort Platz!

Dieser Artikel wurde schon 71903 Mal gelesen!