Oft fragen mich Freunde und eBook-Fieber-Leser: „Welchen eBook-Reader soll ich kaufen?“ Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: „Kommt darauf an!“ Ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung ist immer wieder, ob – und wenn ja wie gut oder schlecht – PDFs am eReader gelesen werden können. Während auf der einen Seite gilt, dass die meisten eReader PDFs lesen können, ist die PDF-Darstellung nicht auf allen eBook-Readern gleich, kann aber in jedem Fall positiv beeinflusst werden.

PDF-Files am eReader dargestellt

Das Problem ist einerseits die Größe des E-Ink-Bildschirms, die bei den meisten derzeit im Handel befindlichen eReadern 6 Zoll beträgt. Da – anders als bei den eBook-Formaten, wo die Schriftgröße und der Zeilenabstand nach Belieben geändert werden – PDF-Files nicht bzw. nur in Ausnahmefällen beeinflusst werden können, wird das gesamte PDF-Blatt auf dem Bildschirm dargestellt. Das heißt natürlich, dass Schrift und Grafiken entsprechend klein und schlecht lesbar sind.

PDF – Querformat-Modus

Bei den meisten modernen eReadern kann man da zwar mithilfe des Querformat-Modus gegensteuern. Sehr viel besser wird das PDF-Leseerlebnis dadurch aber auch nicht. Keine Frage, man kann natürlich die PDFs zoomen und dadurch einzelne Ausschnitte gut lesen bzw. erkennen. Allerdings muss man dabei immer scrollen oder wischen, um den nächsten Bildausschnitt zu erreichen. Ganz OK ist die PDF-Zoom-Funktion bei Touchscreen-eReadern wie dem Kindle Touch, dem Kobo Touch oder dem Sony eReader PRS-T1. Aber genussvolles PDF-Lesen ist was anderes.

PDF für den eReader mit Calibre aufbereiten

Eine Abhilfe und ein schönes Erlebnis bei PDF-Files auf eReadern bietet die Umwandlung mithilfe des kostenlosen eBook-Converters Calibre. Hier könnt ihr die PDF-Dateien einlesen und in ein eBook-Format eurer Wahl umwandeln lassen. Ergebnis: Das von mir getestete eBook im PDF-Format wurde sehr schön für den Kindle Touch adaptiert und in eine lesenswerte Form gebracht. Allerdings kann es bei Fachbüchern mit vielen Fußnoten zu Problemen bei der Darstellung kommen.

PDF am eReader

PDF am eReader ohne Bearbeitung (c) Jörn Brien

 

PDF am eReader mit Reflow

Ähnliches gilt auch für eine weitere Form des bequemen PDF-Lesens am eBook-Reader: Die Reflow-Funktion. Derzeit sind laut meinen Recherchen der Sony PRS-T1 (Test), der PocketBook eReader Basic 611 (zu kaufen z.B. im Online-Shop von Lidl) und der TrekStor eBook Reader 3.0 Reflow-fähig (Test). Das heißt, dass diese eReader den Text eines PDFs automatisch aufbereiten können – allerdings nur Texte, die ins PDF-eingebettet sind, also keine gescannten Dateien. Vorteil: Das Konvertieren – z.B. mit Calibre – entfällt.

PDF eReader Calibre

eReader: PDF mit Calibre ins MOBI-Format konvertiert (c) Jörn Brien

 

Ansonsten bleibt für das Lesen von PDF-Files am eReader noch die Nutzung eines Tablet-PCs bzw. eines eReaders mit einem größeren Display – wie z.B. der Kindle DX oder der 10-Zoll-eBook-Reader PocketBook Pro 912.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die von Amazon gebotene PDF-Konvertierung per E-Mail für den Kindle zu nutzen.

Weiterführende Links zu den Themen PDFs am eReader lesen und PDF-Reflow-Funktion:

PDF-Darstellung: Tablet PC vs eBook Reader – CME.at

Vergleich: Die besten eBook Reader für PDF Dokumente – eBook Reader Tests

PDF am eReader lesen – PDF-Reflow & Calibre heißen die Zauberworte
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