Der Android-eReader Onyx Boox T68 Lynx weckt viele Erwartungen, schließlich können wie bei einem Android-Tablet oder -Smartphone Apps – darunter auch Amazons Kindle App – aus Google Play installiert werden. Das große E-Ink-Display und weitere Features sollen hohen Lesekomfort bieten. Der Onyx Boox T68 Lynx muss im Test aber erst einmal beweisen, ob er diesen Erwartungen gerecht wird.

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Angenehm schlank und leicht

Das Auspacken des T68 Lynx von Onyx Boox macht schon einmal Spaß. Der eReader ist trotz seiner Größe (6,8 Zoll großes Display) angenehm leicht und schlank (236 Gramm, 9 Millimeter). Das Gerät ist durchgehend gummiert, liegt dadurch gut in der Hand. Als Zubehör sind Micro-USB-Kabel und eine Kurzanleitung dabei.

Unboxing Onyx Boox T68 Lynx

Die Features, die der Onyx Boox T68 Lynx mitbringt, klingen auf den ersten Blick wie das Paradies für eReader-Fans: Als Betriebssystem kommt Android 4.0.4 zum Einsatz, inklusive freiem Zugang zum Google Play Store. Das 6,8 Zoll große E-Ink-Display löst mit 1.440 x 1.080 Pixel (Ultra-HD) auf. Der interne Speicher von 4 GB kann per Micro-SD-Karte erweitert werden.

Bildergalerie Onyx Boox T68 Lynx

Das Audio-Feature ermöglicht eine Text-To-Speech-Funktion, via Bluetooth kann der Ton, der sonst nur über den Kopfhörerausgang erklingt, auch an entsprechende Lautsprecher gesendet werden. Auch der Anschluss von Tastaturen und Co. ist so möglich. WLAN ist natürlich auch an Bord. Über den integrierten Browser kann im Internet gesurft und eBooks direkt heruntergeladen werden.

Akku mit langer Laufzeit

Je nach Nutzungsart (WLAN- und Bluetooth-Verbindungen fressen viel Strom) hält der Akku des T68 Lynx auch angesichts des beleuchteten „Riesen“-Displays in etwa so lange wie ein herkömmlicher eReader. Im Test war nach zwei Wochen moderater Nutzung noch über die Hälfte der Akkulaufzeit übrig (jedenfalls laut Anzeige).

Der eReader verfügt sowohl über ein Touchscreen als auch über physische Steuerknöpfe. Unten findet sich ein Ein- und Ausschalter, rechts kann man nach links und rechts blättern. Links vom Display sind ein Menü- und ein Zurück-Button zu finden. Auf der Frontseite, direkt unter dem Display findet sich ein kreisrunder Druckbutton mit integriertem Steuerkreuz.

Leider reagieren vor allem die links und rechts des Displays befindlichen Druckknöpfe oft erst beim zweiten oder dritten Versuch und in den von mir ausprobierten Apps funktionieren sie teilweise gar nicht (z. B. Weiterblättern bei der Kindle-App).

Onyx Boox T68 Lynx: Front-Button mit Vier-Seiten-Steuerkreuz

Onyx Boox T68 Lynx: Front-Button mit Vier-Seiten-Steuerkreuz

Kommen wir nun aber zu den für die meisten eReader-Fans wohl spannendsten Eigenschaften des T68 Lynx: Der Google Play Store öffnet sich nach einmaliger Anmeldung problemlos und es können Apps beliebig heruntergeladen und zum Laufen gebracht werden, etwa die Kindle App, Skoobe, Onleihe, Dropbox oder Evernote.

Getestet habe ich vor allem die Kindle App, da sie aus dem Onyx Boox T68 Lynx den ersten E-Ink-eReader macht, auf dem sich bequem eBooks im ePub-Format und Kindle-eBooks lesen lassen, ohne dass ein Kopierschutz geknackt werden müsste.

Kindle App ermöglicht Lesen von Kindle eBooks

Die Kindle App hat sich im Test problemlos herunterladen und installieren lassen. Nach einmaliger Anmeldung kann die eigene Kindle-eBook-Bibliothek synchronisiert werden – die bisher gekauften eBooks stehen also auch hier zum Lesen zur Verfügung.

Einziger Nachteil: Beim Lesen in der App wird der E-Ink-Screen nicht wie gewünscht aktualisiert (Refresh), so dass Ghosting-Effekte sichtbar sind. Und beim Blättern dauert es ein paar Millisekunden, bis sich der Text aufgebaut hat.

Für das Lesen von ePub-eBooks gibt es einen eigenen Menüpunkt, über den man seine Adobe-DRM aktivieren kann. Dann ist das Herunterladen aus verschiedenen eBook-Stores direkt über den Browser möglich. Wer eine andere eBook-Lese-App bevorzugt, kann diese aus dem Play Store laden.

Google Play Store am Onyx Boox T68 Lynx

Google Play Store am Onyx Boox T68 Lynx

Ansonsten gibt es beim eBook-Lesen die altbekannten Möglichkeiten des Markierens, Unterstreichens, der Erstellung von Notizen sowie der Einstellung von Schriftart und -größe. Darüber hinaus kann ein Wörterbuch genutzt werden, voreingestellt ist hier QuickDic.

Einen nicht ganz so guten Eindruck hat auf mich allerdings insgesamt das Display hinterlassen, auch und besonders, was die Beleuchtung angeht. Trotz der Titulierung als Ultra-HD sind die Kontraste im Vergleich zum Kindle Paperwhite 2 nicht sonderlich gut.

Display nicht ganz konkurrenzfähig

Die Displaybeleuchtung lässt sich nur in 10 Stufen regeln. Während positiv zu verbuchen ist, dass sich das Licht ganz ausschalten lässt, ist die Beleuchtung schon auf den niedrigsten Stufen zu hell und flackert unangenehm – wie allesebook.de beschreibt.

Onyx Boox T68 Lynx im Test: Display-Beleuchtung

Onyx Boox T68 Lynx im Test: Display-Beleuchtung

Die integrierte PDF-Funktionalität hält hingegen, was sie verspricht, nämlich ein ordentliches Anzeigen von PDF-Dokumenten, inklusive Zoom und PDF-Reflow. Beide Features funktionieren flüssig und bei nicht allzu anspruchsvollen (auf die Anzeige bezogen) Texten problemlos. Zudem lassen sich spezielle Apps installieren.

Fazit:

Alles in allem ist der Onyx Boox T68 Lynx ein solider Android-eReader, der die Möglichkeit bietet, über Google Play beliebig Apps zu installieren. Damit ist hier das Lesen von ePub- UND Kindle-eBooks am E-Ink-Display möglich.

Leider kann das Display trotz der Bezeichnung als Ultra HD in Sachen Kontrast und Beleuchtung mit den Top-eReadern der Konkurrenz (getestet mit dem Kindle Paperwhite 2) mithalten. Zudem zeigen sich bei den Apps Darstellungsprobleme (Ghosting-Effekte).

Auf der Positiv-Seite möchte ich aber den guten integrierten Browser, die Audio- sowie Text-to-Speech-Funktion und die Bluetooth-Verbindung hervorheben. Reden müsste man allerdings noch einmal über den Preis. Derzeit werden bei Amazon 179 Euro aufgerufen.

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