eReader im Test: eBook Reader 3.0 – Kein WLAN, kein Touchscreen, aber ePub und Farbe

30 Okt

Wer vom “billigsten eReader Deutschlands” – so getauft von den Anbietern Weltbild und Hugendubel – Wunderdinge erwartet, der glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Aber ein – wenn man den Preis von nur 59,99 Euro beachtet – solides eBook-Lesegerät schicken die beiden Buchhändler mit dem eBook Reader 3.0 da durchaus ins Rennen um Kundschaft. Wohlgemerkt gegen so große Konkurrenten wie Amazon (Kindle 4), Sony (Reader PRS-T1) und Kobo (Touch).

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eBook Reader 3.0 vs. Kindle (c) Jörn Brien

 

Dank Drehmöglichkeit für Links- und Rechtshänder geeignet

Der eBook Reader 3.0 ist etwas kleiner als der Kindle 3 (Keyboard), dafür auch etwas dicker und schwerer. Der Billig-eReader liegt gut in der Hand und kann dank der zwei Blättertasten auf der rechten Seite sowie einer kleinen Erhöhung auf der Rückseite auch bequem in der rechten Hand gehalten werden. Durch die 180-Grad-Drehmöglichkeit ist der eReader auch für Linkshänder geeignet. Faulpelzen sei das automatische Weiterblättern mit individueller Zeiteinstellung empfohlen. Das Gehäuse aus einem gummiähnlichen weichen Plastik erinnert an den Kobo eReader Touch Edition (Testbericht). Allerdings gibt es in Sachen Bedienbarkeit einige Mängel. So reagieren die Tasten nicht immer auf den ersten leichten Druck.

Kein Touchscreen, dafür Hintergrundbeleuchtung

Der eBook Reader 3.0 – eigentlich ein TrekStor-Gerät – kommt mit einem 7″ LCD-Farbdisplay. Allerdings wird der eReader ausschließlich über die 6 Tasten sowie das Steuerkreuz auf der rechten Geräteseite gesteuert. Einen Touchscreen gibt es nicht. Dafür spiegelt das Display deutlich weniger als etwa Tablets wie iPad oder TouchPad und man kann auch bei normaler Lichteinstrahlung relativ ungehindert lesen. Dank der Hintergrundbeleuchtung des LCD-Bildschirms, die in verschiedenen Helligkeitsstufen einstellbar ist, kann man – anders als bei E-Ink-eReadern – auch im Dunkeln lesen.

Anschlüsse und Tasten eBook Reader 3.0 (c) Jörn Brien

 

Kein WLAN, dafür mit SD-Card mit Riesenspeicher

Auf dem eBook Reader 3.0 mit seinen 2 GB internem Speicher lassen sich bis zu 2.000 eBooks speichern. Dank des eingebauten Steckplatzes für eine SD-Micro-Card ist der Speicher um bis zu 32 GB erweiterbar. Überhaupt die Anschlüsse: Davon gibt es neben dem für die SD-Karte auch noch einen für USB sowie einen Kopfhöreranschluss. Negativ: WLAN hat der eBook Reader 3.0 nicht an Bord. Um sich eBooks herunterladen zu können, benötigt man einen Computer mit Internetverbindung.

Während der Akkuladung außer Gefecht

Außerdem liegen dem Gerät lediglich Kopfhörer und ein USB-Kabel bei. Ein Ladekabel sucht man hingegen vergeblich. Aufgeladen wird der eBook Reader 3.0 via USB-Kabel am Computer. Das dauert allerdings bis zu 4 Stunden. In dieser Zeit ist der eReader außer Gefecht gesetzt. Statt nach einigen Wochen wie die E-Ink-Konkurrenz muss der eBook Reader 3.0 aufgrund des LCD-Bildschirms schon nach ein paar Stunden in die Box zum Aufladen – abhängig von der eingestellten Display-Helligkeit.

Schriftgröße einstellbar, Zeilenabstand nicht

Beim eBook-Lesen kann man verschiedene Schrift- und Hintergrundfarben kombinieren. Die Schriftgröße ist in 5 Stufen verstellbar. Allerdings lassen sich Zeilenabstand oder Abstand zum Rand nicht einstellen. Dafür gibt es eine 4-stufige Zoom-Funktion, mithilfe der man Fotos oder Grafiken – z. B. in PDF-Dateien vergrößern kann. Die Auflösung ist nicht wirklich hoch, die Schrift nicht wirklich scharf dargestellt, sieht aber ähnlich der Schrift im Buch aus. Zwar kann man neben dem Lesen Musik hören – anders als beim Kindle 3 -*, allerdings lassen sich keine Markierungen vornehmen, das Nachschlagen von Wörtern ist ebenfalls nicht möglich.

Display-Einstellungen am eBook Reader 3.0 (c) Jörn Brien

 

Große Formatvielfalt

Äußerst positiv ist mir die Formatvielfalt aufgefallen. Der eBook Reader 3.0 kann in Sachen Textformate EPUB, PDF, TXT, FB2 und beherrscht auch Adobe® DRM; er spielt MP3, OGG, WAV und WMA ab. Fotos werden in guter Qualität und schönen Farben wiedergegeben (JPG, BMP, GIF).

Solide aber mit vielen Abstrichen

Fazit: Der eBook Reader 3.0 ist vor allem aufgrund seines Preises und der großen Formatvielfalt eine gute Wahl für den Einstieg in die eReader-Welt. Allerdings müssen auch einige wichtige Abstriche gemacht werden. Statt E-Ink gibt es LCD und damit weniger Lesefreundlichkeit bei Lichteinfall und eine schnellere Ermüdung des Akkus. Darüber hinaus würde mir persönlich die WLAN-Verbindung fehlen. Und auch dafür, dass man Wörter nicht im Wörterbuch nachschlagen, geschweige denn Markierungen vornehmen kann, gibt es von mir Abzüge in der Gesamtnote.

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* Danke für die Hinweise von Kommentatoren und Testern: Natürlich ist es auf dem Kindle 3 auch möglich, beim Lesen Musik zu hören. Wenn ihr gerade beim eBook-Lesen seid, dann müsst ihr dazu allerdings die Tastenkombinationen “Alt”-Taste + Leertaste drücken. Mit “Alt”-Taste + “F”-Taste springt ihr einen Titel weiter.


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  • 13 Responses to “eReader im Test: eBook Reader 3.0 – Kein WLAN, kein Touchscreen, aber ePub und Farbe”

    1. Micahel 02.11.2011 at 21:33 #

      Hallo, schon mal einen Kindle 3 in der Hand gehabt???
      Vermutlich nicht, denn ich kann mit meinem auch beim Lesen Musik hören. Aber welcher Leser hört beim entspannten lesen Musik?
      Gruß

      • Jörn 03.11.2011 at 09:52 #

        Eigentlich verfüge ich über einen Kindle 3, da es da aber kein entsprechendes Menü gibt und ich – wie du richtig sagst – noch nicht das Bedürfnis hatte, beim eBook-Lesen Musik zu hören, habe ich das Feature schlicht unterschlagen. Mein Fehler, ist schon ausgebessert. Danke für den Hinweis.

    2. Sal Kaye 04.12.2011 at 18:33 #

      Ich besitze diesen Reader und finde ihn klasse.
      Habe inzwischen an die 20 eBooks damit gelesen und bin wirklich begeistert. Für den Preis ein tolles Einstiegsgerät.

      Ich muss in einem Punkt wiedersprechen, beim Aufladen ist er nicht außer Gefecht gesetzt, weder via USB-Kabel noch über Netzteil.
      Beim Laden am PC muss man allerdings zuerst “Hardware entfernen” klicken (wie in der mitgelieferten Anleitung beschrieben), dann lässt sich das Gerät ganz normal einschalten und bedienen.
      Ich finde allerdings das Aufladen via Netzteil wesentlich angenehmer als am PC, denn bei letzterer Methode muss dieser ständig an sein.

      Danke für die Rezenzion, für mich sehr interessant zu lesen und nun ist dein Blog auch gleich in meinen FeedReader gewandert. :)

      Schönen Abend dir!
      Sal

      • Nicki 28.12.2011 at 12:16 #

        Nachdem ich ja meinen Reader zu Weihnachten bekommen habe *freu* deke ich werde ich dieses Model meiner Frau schenken ;) Nicht das sie sich langweilt wenn ich vor den Büchern sitze ;)

        LG Nicki

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