Bücherwürmer haben es heutzutage nicht leicht: Griffen sie vor wenigen Jahren noch alternativlos zum Buch aus Papier, stellen sich inzwischen verschiedene weitere Möglichkeiten zur Wahl. Digitales Lesen ist „in“, zumindest als interessante Ergänzung zum analogen Zeitvertreib. Ein kleines, handliches Gerät erleichtert den Umgang mit dem virtuellen Medium, aber welches genau soll es sein? Tablet und E-Reader bringen ihre individuellen Vor- und Nachteile mit.

Das Tablet als multifunktioneller Allrounder

Wer bereits ein Tablet besitzt, der wird sich sicherlich die Frage stellen, warum er sich zum Lesen noch ein weiteres Gerät ins Haus holen sollte. Schließlich muss er sich nur mal eben eine Gratis-App installieren und schon öffnet sich der Zugang zur großen, weiten Welt der digitalen Literatur. Nebenbei ist das Tablet herrlich multifunktional, damit lässt es sich ganz bequem im Internet surfen und auch HD-Filme kommen bei den meisten Modellen hervorragend rüber. Wir haben hier also ein Gerät vor uns, das zu viel mehr fähig ist als „nur“ zum Anzeigen von aneinandergereihten Buchstaben und vielleicht ein paar Bildern dazu.

Auch Gaming-Freunde kommen beim flachen Taschencomputer voll auf ihre Kosten. Spiele gibt es in den verschiedenen mobilen Stores wie Sand am Meer. Sie reichen von Casual Games, die zwischendurch gezockt werden können und leider häufig mit Werbung vollgestopft sind, bis hin zu umfangreichen und atmosphärischen Top-Titeln, die sich die Entwickler auch mal den einen oder anderen Euro kosten lassen.

Besonders im Trend sind aktuell auch verschiedenste Strategie-Spiele, wie unter anderem das klassische Poker, die auch mobil per Tablet gespielt werden können. Der Anbieter PokerStars feiert in diesem Zuge momentan seine 200 milliardste PokerStars Hand, das Angebot scheint also wirklich beliebt zu sein. Dies zeigt nicht nur in diesem beeindruckenden Meilenstein, sondern auch in der weitreichenden medialen Berichterstattung. Das Gaming funktioniert sowohl im Browser selbst als auch über eine speziell programmierte und an den Bildschirm angepasste mobile App.

Arbeits- und Gaming-Device versus elektronisches Buch

Außerdem gibt es inzwischen zahlreiche umbaubare Tablets auf dem Markt, die sich durch einfaches Aufklappen oder das Anstecken einer Tastatur in ein kleines Notebook verwandeln. So wird das digitale Buch sogar noch zum nützlichen Arbeitsgerät, das beinahe in jede Tasche passt! Damit lassen sich schnell und einfach E-Mails beantworten, Berichte und Dokumentationen erstellen oder einfach nur Notizen anlegen. Hinzu kommt, dass sich Tablets immer auch im Dunkeln nutzen lassen, da ihr Display beleuchtet ist. Und sie bringen ganz viel Farbe ins Spiel, während die meisten E-Book-Reader durch ihr vielleicht etwas langweiliges Schwarz-Weiß-Design bestechen.

Allerdings bringt die Multifunktionalität des Tablets einen wichtigen Nachteil mit sich: Sie lenkt vom eigentlichen Ziel, dem Lesen ab. Einen Film zu schauen oder ziellos im Netz herum zu zappen, erscheint oftmals viel attraktiver, als sich auf ein virtuelles Buch zu konzentrieren. Wie schnell haben wir mit einem einzigen Fingerwisch den „Sender“ gewechselt und geben uns dem lässigen Konsum hin. Die Verlockung in diese Richtung ist jedenfalls gigantisch und dürfte so manche Leseratte immer wieder auf Abwege führen. Disziplin ist also angesagt, wenn es darum geht, den Stapel noch ungelesener Bücher (im Fachjargon „SUB“ genannt) zu bewältigen. E-Book-Reader hingegen sind einfach nur E-Book-Reader und selten mehr als das. Sie besitzen kaum oder gar keine ablenkenden Funktionen, kurzum: Sie verhalten sich in etwa so wie ein Buch, das schließlich auch keine Filme abspielt oder zu flotten Gaming-Runden einlädt.

Der E-Book-Reader als zuverlässiger Begleiter

Gerade weil der E-Book-Reader diese technischen Grenzen besitzt, hält sein Akku auch um einiges länger. Manche Batterien müssen erst nach Tagen oder sogar Wochen wieder aufgeladen werden, sie erweisen sich also als wunderbar zuverlässig, auch auf längeren Reisen. Wer sich dafür entscheidet, einen simplen Reader auf eine ellenlange Zugfahrt mitzunehmen, der setzt also genau auf das richtige Pferd. Es sei denn, er hat absolut keine Lust, „nur“ zu lesen. Zudem ist der E-Reader augenschonend konzipiert, der Kontrast zwischen Buchstaben und Hintergrund ähnelt dem eines gedruckten Buches – und es gibt keine störenden Reflexionen.

Die strahlende Helligkeit und Kontrastfreude eines Tablets hingegen ermüden die Augen ziemlich schnell, die Bildschirmdarstellung ist nicht für stundenlanges Lesen gedacht. Nebenbei: Die Zahl der Reader mit Hintergrundbeleuchtung nahm in den letzten Jahren stark zu, sodass das elektronische Buch in diesem Bereich viel Boden wettmachen konnte. Abends im Bett bei ausgeschalteter Beleuchtung gemütlich zu schmökern, das ist nun auch mit dem Reader möglich!

Hochwertige E-Book-Reader warten mit einem weiteren Leckerli auf, das vor allem Vielleser begeistern dürfte: Ihre Display-Helligkeit passt sich automatisch dem umgebenden Licht an, sodass immer eine gewisse Ausgewogenheit zwischen dem augenschonenden Lesen und dem Energiesparen besteht. Außerdem besteht die Möglichkeit, ganz nach eigenem Gusto die Farbtemperatur zu ändern, sodass jeder seine ganz eigene favorisierte Einstellvariante findet. Hinzu kommt, dass einige E-Reader heute sogar wasserdicht sind, weil es sich schließlich nirgendwo besser lesen lässt als in der behaglichen warmen Badewanne! Allerdings, das müssen wir zugeben, sind auch die Tablets bereits dieser Spur gefolgt und haben eine kleine, aber feine Sektion wasserdichter Modelle gebildet.

Kurzum: Echte Bücherfreunde fahren wahrscheinlich mit einem E-Book-Reader sehr viel besser als mit einem Tablet. Multimedia-Freaks, die zwischendurch auch mal gerne ein bisschen lesen, steht hingegen das Tablet hervorragen zu Gesicht.

Neu aufgegriffen: Tablet oder E-Reader – womit liest es sich 2019 am besten?
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