[Update Mai 2012] Testbericht: Wie das Video schauen am Thalia TouchMe funktioniert.

Mit dem TouchMe TFT-Reader hat Thalia einen Frontalangriff auf den Konkurrenten Weltbild und seine Geräte eBook-Reader 3.0 (Test) und Weltbild Tablet-PC gestartet. Der TouchMe liegt seit einigen Tagen zum Preis von 59,99 Euro in den Thalia-Filialen sowie im Online-Shop zum Verkauf bereit. Da ich derweil noch nicht über ein Testgerät verfüge, habe ich mich am Wochenende einmal in eine Thalia-Buchhandlung aufgemacht, um den neuen Billig-eReader etwas gründlicher unter die Lupe zu nehmen.

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TouchMe-Kurztest: Review der Videofunktion folgt

Eins vorweg: Viel Zeit zum Testen hatte ich nicht, da nur ein Gerät für ein Hands-on zur Verfügung stand. Außerdem konnte ich die Videofunktion leider nicht testen, da auf dem TouchMe TFT-Reader kein Testvideo installiert war. Ansonsten habe ich mir für den TouchMe-Kurztest aber so viel Zeit wie möglich genommen und habe mir auch ein gutes vorläufiges Bild von dem eReader machen können. Der Rest müsste sich dann in einer mehrtägigen Untersuchung erweisen.

TouchMe TFT Reader

TouchMe TFT Reader (c) Thalia

 

Bereits die erste Annäherung an den neuen Thalia TouchMe TFT-Reader verlief durchaus positiv. Das Gerät ist mit seinen 9,7 Millimetern wirklich sehr flach und liegt angenehm in der Hand. Dagegen wirkte der gleich nebenan ausgestellte OYO II beinahe klobig. Auch vom Gewicht her fiel der TouchMe nicht negativ aus, obwohl natürlich der wiederum einen Aufsteller weiter ausgestellte Sony PRS-T1 im Vergleich ein Fliegengewicht ist. Zumindest für die Viertelstunde meines Tests machten mir die knapp 300 Gramm „Lebendgewicht“ in der Hand nichts aus.

TouchMe-Touchscreen: Angenehme Farben, sehr gute Reaktion

Nach dem Einschalten fiel auch der erste Blick auf den Touchscreen des TouchMe durchaus positiv aus. Das Display ist weniger hell als das des Welbild-eReaders und besticht durch angenehmere Farben. Das Spiegeln des Bildschirms hielt sich derweil in Grenzen. Allerdings war es in der Thalia-Testarena auch nicht sonderlich hell. Was mich ebenfalls positiv überrascht hat, war der auf meine Fingertipps sehr gut reagierende Touchscreen. Das bin ich von der Billig-Konkurrenz bisher nicht gewohnt gewesen.

Meine Befürchtungen hinsichtlich des eBook-Leseerlebnisses – zum einen wegen des TFT-Displays, zum anderen wegen der doch vergleichsweise geringen Auflösung – erfüllten sich jedenfalls nicht. Auch die Fotos kamen mir relativ scharf vor. Die Videofunktion konnte ich – wie oben erwähnt – leider  nicht testen. Das Menü fand ich übersichtlich, gut gefallen haben mir die Menüleisten unten und oben, über die sich durch in einer Art schiebbarer Bilderleiste die Funktionen aufrufen ließen. Neben der Video-Funktion fallen hier auch noch eine Aufnahmemöglichkeit und ein Taschenrechner ins Gewicht.

TouchMe-Kritik: Lange Ladezeiten, schlechte PDF-Darstellung

Wie bei einem so billigen Gerät nicht anders zu erwarten, gibt es natürlich auch einige Kritikpunkte. Zum einen funktionieren die manuellen Unterstreichungen über den Touchscreen offenbar nur mit einem Pen ordentlich. Per Finger sahen meine Unterstreichungsversuche eher wie Gekritzel aus der Kinderkrippe aus. Zudem hat die einfache „Zurück“-Funktion am Touchscreen bei dem von mir getesteten Ausstellungsstück überhaupt nicht funktioniert, sodass ich über die Tasten an der Seite jeweils in den „Home“-Modus zurückkehren musste. Am nervigsten waren aber die langen Ladezeiten, sowohl beim Aufrufen einzelner eBooks als auch teilweise beim Umblättern.

Eine „ewig lange“ Ladezeit hatten ja auch schon die ersten Rezensenten, deren Urteil äußerst negativ ausfiel, kritisiert. Weiterer Negativpunkt, für den Thalia ebenso wenig wie der Gerätebauer kann: Noch scheint der TouchMe nicht beim eBook-Formatewandler Calibre erkannt zu werden. Zudem wird die Darstellung von PDF-Files kritisiert (Rezension). Der Kauf des TouchMe TFT-Readers von Thalia lohnt sich wahrscheinlich vorrangig für Menschen, die am Abend gern das eine oder andere eBook lesen und hin und wieder auch mal ein Video sehen wollen.

Technische Details TouchMe TFT-Reader:

  • Display: 7 Zoll Farb-TFT, Touchscreen; Auflösung: 800 x 480 Pixel
  • Speicher: 8 GB, um 16 GB erweiterbar
  • Akkulaufzeit: bis zu 8 Stunden
  • Anschlüsse: MicroUSB, MicroSD Card
  • Textformate: ePub, PDF, Mobi, HTML, TXT, PDB, RTF, LRC, FB2, TVT (unterstützt Adobe DRM)
  • Videoformate: MPG, RMVB, FLC, ASF, WMV, MP4, 3GP, RM, AVI
  • Zubehör: USB-Kabel, Bedienungsanleitung
Kurz-Test Thalia-eReader TouchMe: Flach, ansehnlich, aber ziemlich langsam
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