Eine von Buchreport veröffentlichte Umfrage zum Verkauf von eReadern in Buchläden hat aus Sicht der Buchhändler ernüchternde Ergebnisse gebracht. Die überwiegende Mehrzahl der Buchhändler konnte demnach im Weihnachtsgeschäft nicht mehr als eine Handvoll Geräte absetzen.

eReader-Verkäufe: Imageproblem

Die Schuld dafür sehen die Buchhändler allerdings nicht in mangelndem Verkaufstalent oder zu geringer Nachfrage. Ein Imageproblem soll schuld sein, aber auch zu hohe Preise für die Geräte im Buchhandel. Dass Elektronikmärkte wie Saturn und Online-Versandhändler wie Amazon die Geräte zu deutlich günstigeren Preisen anbieten können, liegt bei den viel höheren Margen auch freilich auf der Hand. Generell scheint man auch einzusehen, Amazon viel zu lange den Markt für eReader und eBooks überlassen zu haben. Dies rächt sich jetzt natürlich für die anderen Anbieter.

Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen der Entscheidung für oder gegen den Verkauf eines eReaders und der Größe der Buchhandlungen. Macht natürlich auch Sinn. Eine kleine Buchhandlung hat kaum Interesse daran, seinen Kunden zu einem eReader zu verhelfen und sich damit selbst obsolet zu machen. Lediglich größere Ketten, die selber eBooks vertreiben, können überhaupt ein Interesse an einer solchen Entwicklung haben. Zwar gibt es nach dieser Umfrage auch kleine Buchhändler mit eReadern im Sortiment, aber die Anzahl ist deutlich geringer als bei den finanzstärkeren Konkurrenten.

Kindle Paperwhite verkauft sich wie warme Semmeln, aber nicht in Buchläden (c) Amazon

Kindle Paperwhite verkauft sich wie warme Semmeln, aber nicht in Buchläden (c) Amazon

 

Dass Amazon den Filialisten ein Dorn im Auge ist, kann im Grunde eigentlich niemanden überraschen. Auch der Vorsprung in Sachen eBook-Ökosystem sollte klar sein. Dass man das Weihnachtsgeschäft nicht für den Verkauf von eReadern nutzen konnte, könnte aber natürlich auch an einem veränderten Nutzungsverhalten der Leser liegen. Viele eBooks werden heute eben auf iPads oder anderen Tablet-Computern gelesen. Der Handel wird es schwer haben in Zukunft, aber zumindest scheint man eingesehen zu haben, dass die Vogel-Strauß-Methode keine zielgerichtete Antwort auf einen sich verändernden Buchmarkt ist.

Buchreport.express ist eine wöchentlich erscheinende Fachpublikation für den Buchhandel. Der Buchreport ist den meisten von uns aber vermutlich eher als der Ersteller der Spiegel-Bestsellerlisten bekannt. Das Fachblatt hat jetzt eine Umfrage bei stationären Buchhändlern über den Verkauf von eReadern durchgeführt. Zumindest Teile der Ergebnisse finden sich schon online. Die Umfrage wurde übrigens anonym durchgeführt und man konnte trotz Rückmeldungen von über 300 Unternehmen nur etwas über 290 vollständige Antworten statistisch auswerten.

Umfrage: eReader-Verkäufe in Buchläden enttäuschend
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