Weil die Konkurrenz inzwischen enorm aufgeholt hat, blieb – im Gegensatz zum Kobo Touch Test – beim Auspacken dieses Mal der Aha-Effekt aus. Dennoch kann das Kobo Glo Design überzeugen – auch wenn die Kobo-eReader-typische abgerundete und gummierte Rückseite dafür sorgt, dass der Kobo Glo mit 10 Millimetern etwas „dicker“ ist als die beleuchtete eReader-Konkurrenz (Bookeen HD FrontLight: 9,4 Millimeter, Kindle Paperwhite: 9,1 Millimeter). Lange Rede, kurzer Sinn, beginnen wir mit den Ergebnissen des Kobo Glo Tests.

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So hell und gleichmäßig leuchtet der Kobo Glo im Test

So hell und gleichmäßig leuchtet der Kobo Glo im Test

 

Wie der Kindle Paperwhite verzichtet der Kobo Glo auf zu viele Tasten. Neben dem Ein- und Ausschalter findet sich oben lediglich die Taste für das Licht. Ansonsten finden sich ein Micro-SD-Slot (links) und der Mini-USB-Ausgang (unten) – das war’s. Einen physischen Homebutton oder Weiterblättertasten wie beim Bookeen HD FrontLight sucht der Kobo-Glo-Nutzer vergeblich. Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich über den Touchscreen.

Kobo Glo im Test: Leicht und hell

Ansonsten präsentiert sich der Kobo Glo angenehm leicht (185 Gramm). Das 6 Zoll große Pearl-E-Ink-Display weiß nicht nur von der Schärfe her (HD-Auflösung: 758 x 1.024 Pixel) zu überzeugen. Sehr gut hat mir auch die Beleuchtung gefallen, die schön regelmäßig und nahezu ohne Flecken oder sonstige Irritationen daherkam. Das ist vielleicht der einzige Punkt, in dem der Kobo Glo wesentlich aus dem eReader-Trio (Glo, Paperwhite, FrontLight) hervorstechen kann.

Ansonsten sind die technischen Details (1 GHz CPU, 2 GB interner Speicher, lange Akkudauer, Beleuchtung) ähnlich denen der Konkurrenz. Der einzige merkbare Unterschied ist, dass der Kobo Glo auf einen Infrarot-Touchscreen setzt (Paperwhite und FrontLight: kapazitiv). Hier hatte ich beim Test das Gefühl, oft mehrmals etwas antippen zu müssen, bevor der Kobo Glo reagierte. In Sachen eBook-Formate ist natürlich noch wesentlich zu erwähnen, dass FrontLight und Glo ePub-eBooks lesen, der Paperwhite auf das Kindle-Format festgelegt ist.

Nach der Anmeldung des Kobo Glo, dem Verbinden via WLAN und einem Update konnte ich im Test losstarten. Da ich bereits ein Kobo-Konto besitze, synchronisierte das Testgerät gleich einmal, sodass ich genügend Lesefutter zum Testen hatte. Im Startmenü werden die Cover der zuletzt gelesenen eBooks angezeigt. Zudem kann man unkompliziert in den Kobo-Shop wechseln. Ist man erst einmal angemeldet, funktioniert der Download schnell und problemlos.

Lesestatistiken via Kobo Reading Life

In der Bibliothek sind die eBooks nach Kategorien geordnet (Bücher, Zeitungen, Leseproben, etc.). Zudem können eigene Regale erstellt werden. Kobos Reading Life zeigt Lesestatistiken an, die via Facebook mit anderen geteilt werden können. Auch Preise kann sich der Leser so erobern. Über den Sync-Button werden die Inhalte des eReaders mit denen der Kobo Apps auf Smartphone und Tablets synchronisiert.

Beim eBook-Lesen selbst lässt sich aus verschiedenen Schriftarten, -größen, Zeilenabständen und Rändern wählen. Wie bei der Einstellung der Beleuchtung und der Seitenwahl setzt Kobo hier auf schicke Regler, die ein nahezu stufenloses Regeln erlauben. Wie bei der Konkurrenz auch können Notizen, Lesezeichen und Markierungen gesetzt, Wörter nachgeschlagen und übersetzt werden. Kleines Gimmick: Wer Lust hat, kann sich seinen Lesefortschrift anzeigen lassen, auch die zusätzliche Schärfung der Buchstaben ist möglich.

PDFs lesen am Kobo Glo

Bei PDF-Dateien präsentiert sich der Kobo Glo nicht besser aber auch nicht schlechter als die meisten Rivalen. Über eine PDF-Reflow-Funktion – wie der Bookeen HD FrontLight (Test) – verfügt der Kobo Glo nicht, die PDF-Dateien sollten am besten im Querformat gelesen und gezoomt werden. Das funktioniert allerdings nur über tippen, Pinch-to-Zoom, also das Größerziehen mittels Daumen- und Zeigefinger wird nicht unterstützt.

Im Internet surfen könnt ihr mit dem Kobo Glo natürlich auch. Das funktioniert wie bei der Konkurrenz recht schnell und problemlos mit den üblichen Grenzen für eReader. Ihr könnt übrigens PDFs direkt aus dem Browser herunterladen. Was mich besonders gefreut hat, war, dass der Kobo Glo auch in Sachen Unterhaltung einiges zu bieten hat, an Bord sind nämlich ein Schachspiel und Sudoku.

Fazit:
Der Kobo Glo ist für mich der beste beleuchtete eReader für alle, die sich nicht mit dem Kindle Paperwhite ins Amazon-Universum begeben wollen. Beleuchtung und Displayqualität sind sehr gut, kleine Schwächen habe ich bei der Bedienung geortet, daran kann man sich aber gewöhnen. Das Testgerät ist mir während des Surfens ein Mal abgestürzt, das muss aber nichts heißen. Die beste Lesequalität stellt sich übrigens mit eingeschalteter Beleuchtung ein. Der Akku soll dann immer noch mehrere Tage halten.

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eReader im Test: Kobo Glo – Viel Licht, wenig Tasten
3.9 (77.89%) 19 Bewertungen

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