Angekündigt war der txtr Beagle als 10-Euro-Reader im Paket mit einem Mobilfunkvertrag. Nun ist das Gerät da, allerdings kostet der txtr Beagle satte 59 Euro (einen 10-Euro-eBook-Gutschein gibt es zum Kauf immerhin dazu), dafür muss nicht extra ein Handyvertrag abgeschlossen werden. Ein Smartphone bedarf es aber, um den eReader mit eBooks zu bestücken – ganze fünf Stück passen auf einmal auf den txtr. Ob sich ein Kauf trotzdem lohnt, oder ob ihr lieber die Hände davon lassen solltet, lest ihr in diesem eReader-Test.

txtr Beagle im Test: Motto „Read Only“

Vorab: Wer schon einen eReader besitzt und sich nach einem neuen Gerät mit mehr Funktionen umschaut, der braucht hier gar nicht weiterlesen, dann in Sachen Funktionen bietet der txtr Beagle wenig bis nichts. Das Motto „read only“ ist ist hier durchaus ernstzunehmen, denn mit dem eReader selbst lässt sich nur umblättern und ins Menü mit den 4 weiteren eBooks zurückkehren. Darüber hinaus lässt sich der txtr Beagle ein- und ausschalten. Durch längeres Drücken des Ein- und Ausschalters wird die Bluetooth-Funktion aktiviert, über die via App eBooks auf den eReader geladen werden.

txtr Beagle eReader im Test: App und Anleitung

txtr Beagle eReader im Test: App und Anleitung

Der txtr Beagle lässt sich also eher als schickes Accessoire für Lesefreunde verstehen. Das mit einem Designpreis ausgezeichnete Gerät ist mit seinem 5 Zoll großen Display und den 128 Gramm auch wirklich klein und leicht. Der txtr Beagle lässt sich sogar als superdünn beschreiben, bis auf die Stelle, an der die Batterien für eine Wölbung im Geräte-Body sorgen. Batterien? Ja! Der txtr Beagle verzichtet auf einen Akku und setzt auf zwei herkömmliche, austauschbare AAA-Batterien, die für das Lesen von 10 bis 15 eBooks reichen sollen.

Klarer Vorteil: Auf Reisen kann man auf das Ladekabel verzichten und ein paar Batterien gibt es sicher an jedem Urlaubsort, egal wo der sich befinden sollte. Anders als bei anderen eReadern lässt sich beim txtr Beagle aber nicht die ganze Bibliothek in eBook-Form mitnehmen. Ganze 5 eBooks passen auf den Reader – und das trotz 4 GB internen Speichers. Das liegt daran, dass die eBooks bei der Übertragung vom Smartphone auf den eReader in ein Bildformat umgewandelt werden – Seite für Seite.

txtr Beagle Test: Schriftgröße vorab einstellen

Das bedeutet, dass nach der Übertragung nichts mehr an Schriftgröße oder Schriftart geändert werden kann. Das lässt sich dafür auf Smartphone, Tablet oder PC via App machen – vor dem Senden an den eReader. Soll noch etwas geändert werden, muss das eBook noch einmal neu versendet werden. Immerhin hat die Übertragung im Test zwar einige Minuten gedauert, allerdings konnte ich schon vor dem Abschluss beginnen zu lesen.

Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Vorbereitung, die Einrichtung von App und Bluetooth-Verbindung. Die App ließ sich zwar leicht herunterladen, eine Anmeldung ist erforderlich. Allerdings konnte ich bei der iOS-Version auf dem iPhone im Test keine Verbindung zum txtr Beagle herstellen, die App war also nutzlos, konnte aber immerhin selbst zum Lesen und Download von eBooks genutzt werden. Bei der Android-Version auf meinem Samsung-Smartphone funktionierte die Einrichtung dann letztendlich und ich konnte kostenlos bei txtr heruntergeladene eBooks auf den txtr Beagle eReader übertragen.

Und so funktioniert das Ganze: Zuerst die txtr-App kostenlos herunterladen und installieren. Dann starten und registrieren. Danach gewünschte eBooks herunterladen und die Bluetooth-Verbindung des Smartphones einschalten. Nun kommt der txtr Beagle ins Spiel – wie oben beschrieben muss auch hier die Bluetoothverbindung durch längeres Gedrückthalten des Ein- und Aus-Schalters gestartet werden. Dann am Handy mit dem txtr Beagle verbinden. In der App dann das zur Übertragung ausgewählte eBook-Cover (in der Bibliothek) länger antippen und auf „Zum txtr beagle senden“ auswählen. Anschließend wird die Übertragung gestartet.

Ihr seht, das Ganze ist ziemlich kompliziert und alle coolen Vorteile, die ein eReader gegenüber dem gedruckten Buch bietet (WLAN-Verbindung, Markierungen, Nachschlagewerke, Einstellung von Schriftart und -größe, ständige Verfügbarkeit) kommen hier nicht oder nur sehr eingeschränkt zum Zuge.

txtr Beagle liegt gut in der Hand

Hat man es aber endlich geschafft, ein eBook in den bevorzugten Einstellungen auf den txtr Beagle zu laden (es sind übrigens auch einige eBooks vorinstalliert), dann stellt sich das Lesevergnügen durchaus ein. Denn der Bildschirm ist vergleichbar mit den Pearl-E-Ink-Displays der Konkurrenz, die Schrift scharf und klar dargestellt. Zudem liegt das Gerät gut in der Hand, verschwindet in fast jeder Hand- und größeren Hosentasche und lässt sich durch die Batteriefachwölbung auch gut halten. Auch die physischen Weiterschalt-Knöpfe sind gut bedienbar und letztendlich zum Umblättern fast besser geeignet als die Touchscreen-Steuerung.

Wer den txtr Beagle also in sein Handtäschchen packen, gut sichtbar auf den Tisch vor sich legen und im Freundeskreis damit angeben will, sollte unbedingt zuschlagen. Wer beim eBook-Lesen auf leichte Zugänglichkeit zu eBooks und viele Funktionen setzt, sollte eher zum Kobi mini greifen, der ebenfalls nur noch 59 Euro kostet oder 20 Euro mehr ausgeben und zum 6-Zöller von Amazon (WLAN-Kindle 4) greifen.

txtr Beagle (59 Euro) bei txtr

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txtr Beagle eReader Test: Klein, leicht, schick und begrenzt einsatzfähig
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