Kommen wir nun – knapp eine Woche nach der Gratis-eBook-Aktion meines Self-Publishing-Experiments zur Beantwortung der alles entscheidenden Frage: Fördert eine Gratis-Aktion bei Amazon die Verkäufe. Eindeutige Antwort: In meinem Fall nicht, was aber seine Gründe haben könnte. Zuerst einmal zu den nackten Zahlen.

Gratis-eBook-Aktion brachte 674 Downloads und 1 Verkauf

Im Rahmen der durch Werbung auf dem eBook-Fieber-Blog, den angeschlossen Social-Media-Kanälen und eine Ankündigung bei xtme.de beworbenen 5-Tage-Gratis-Aktion verzeichnete mein Gedichtband „Der letzte Anschlag“ 674 Downloads. Das bedeutete zwischenzeitlich Platz 31, vier Tage Top 100 und – nach den ersten Stunden – durchgängig den ersten Platz im Lyrik-Bereich.

Platz 1 im Lyrik-Bereich der Gratis-eBook-Charts war vergleichsweise schnell erreicht (c) Amazon

Platz 1 im Lyrik-Bereich der Gratis-eBook-Charts war vergleichsweise schnell erreicht (c) Amazon

Wie hoch sind nun die auf die Gratis-eBook-Aktion folgenden Verkäufe ausgefallen? Wenn kein statistischer Fehler in der Amazon-KDP-Abrechnungstabelle vorliegt, konnte „Der letzte Anschlag“ im Anschluss an die Gratis-Tage im Kindle-Shop genau … 1 … Verkauf verzeichnen – und das, obwohl – oder vielleicht weil – das Gedichtebändchen nur 99 Cent kostet. Einschränkend muss noch erwähnt werden, dass das eBook bereits im Frühjahr 2011 zum ersten Mal in den Verkauf gelangte und sich nach einigen Monaten mit ganz guten Erfolgen zuletzt nur noch wenige Verkäufe einstellten.

Werbeeffekt: Aufmerksamkeit für Self-Publisher

Insofern hat die Gratis-eBook-Aktion für den Gedichtband auf jeden Fall eines gebracht: Aufmerksamkeit. Die mehr als 674 Menschen, die auf ihren Kindle-eReadern oder Tablets mit Kindle-App meinen Gedichtband schlummern haben, erinnern sich vielleicht beim nächsten eBook an meinen Namen. Vielleicht wird es auch von Amazon spezielle Erinnerungen geben, dass ein neues Buch vom Autor XY erschienen ist, von dem die Leser schon einmal ein eBook heruntergeladen haben. Insofern ist der Werbeeffekt nicht zu verachten.

"Der letzte Anschlag" - Gratis-eBook-Aktion bei Amazon

„Der letzte Anschlag“ – Gratis-eBook-Aktion bei Amazon

Warum so wenig Menschen anschließend das eBook kauften? Das liegt sicherlich zum einen darin begründet, dass Gedichtbände allgemein nicht allzu hoch im Kurs stehen und – wie Kommentatorin Connie mutmaßte – das Publikum hier im eBook-Fieber-Blog vielleicht nicht ganz so große Lyrik-Fans sind. Zum anderen habe ich durch die 5 Tage währende Gratis-Aktion auch einige Zufallskäufer verpasst, die bei einer 1-Tages-Aktion am zweiten Tag auf der Suche nach Gratis-eBooks auf meinem dann schon wieder kostenpflichtigen eBook gelandet wären und trotzdem zugeschlagen hätten.

Abschließend: Ich bin mit dem Ergebnis des kleinen Self-Publisher-Experiments sehr zufrieden! Eine so große Anzahl von Lesern hatte ich in den vergangenen zwei Jahren, in denen sich „Der letzte Anschlag“ auf dem Markt befindet, trotz Schleuderpreis nicht erreicht. Johannes von xtme.de, der sich mit dem Thema auskennt, bescheinigte mir zudem, dass ein Platz in den Top 50 für einen Gedichtband im Gratis-Bereich von Amazons Kindle-Shop ein gutes Ergebnis ist.

Self-Publishing-Experiment III: Gratis-eBook-Aktion fördert Verkäufe?
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