In den Niederlanden hat mit TomKabinet.nl eine Second-Hand-Plattform für „gebrauchte“ eBooks ihren Betrieb aufgenommen – der Verkauf der dort angebotenen digitalen Büchern soll rechtlich einwandfrei sein, es dürfen keine illegal heruntergeladenen eBooks und keine eBooks mehrfach verkauft werden. [Update, 25.7.2014 – Ein holländisches Gericht hat eine Klage gegen Tom Kabinet abgewiesen, der Wiederverkauf von eBooks sei unter bestimmten Umständen legal.]

Normalerweise ist es einer der Nachteile von eBooks, dass sie nicht weiterverkauft werden können. Schließlich ist einem eBook – anders als einem gedruckten Buch – nicht anzusehen, ob es gebraucht ist. Es handelt sich immer um eine nicht-alternde digitale Datei.

DRM-Wasserzeichen soll „gebrauchte“ eBooks sichern

Der Gebrauchtstatus soll bei Tom Kabinet durch eine Art DRM-Verfahren sichergestellt werden. Die Betreiber versichern, sie würden sich in Sachen Verkauf von „gebrauchten“ eBooks an das geltende europäische und niederländische Recht halten und auf Änderungen schnellstmöglich reagieren.

Gebrauchte eBooks über Second-Hand-Plattform verkaufen (c) Tom Kabinet

Gebrauchte eBooks über Second-Hand-Plattform verkaufen (c) Tom Kabinet

So dürfen nur eBooks im ePub-Format verkauft werden, die bei den holländischen Händlern eBook.nl und BOL.com legal erworben wurden. Eine spezielle Software soll sicherstellen, dass die eBooks bei den Verkäufern von der Festplatte komplett gelöscht werden. Die eBooks werden mit einem neuen Wasserzeichen versehen, sodass ein illegales Kopieren unmöglich gemacht werden soll.

Wie genau die Maßnahmen einen Missbrauch wirklich effektiv verhindern können, ist allerdings fraglich. Schließlich könnten die Verkäufer ihre zum Verkauf angebotenen eBooks auf einem anderen Datenspeicher als dem, den sie für den Verkauf nutzen, speichern.

Missbrauch soll auch dadurch eingedämmt werden, dass sich Verkäufer und Käufer registrieren müssen, um ein eBook (ver-)kaufen zu können. Cool ist jedenfalls die Idee, dass die Nutzer der Second-Hand-Plattform in einen Spendenfonds einzahlen können/sollen, der den Autoren der eBooks zugute kommen soll.

In Deutschland hatte das LG Bielefeld im vergangenen Jahr entschieden, dass der Weiterverkauf von eBooks illegal ist. Die Richter meinten, dass eBooks keine Software seien und daher das EuGH-Urteil über den Weiterverkauf von gebrauchter Software nicht zur Geltung käme.

Was haltet ihr von der Idee einer Gebraucht-eBook-Börse?

via ebookbranche.de

„Gebrauchte“ eBooks verkaufen: Legale Second-Hand-Plattform Tom Kabinet in Holland gelauncht
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