„Ich bin gerade so schockiert, so entsetzt und SO ENTTÄUSCHT“, beginnt die Autorin Poppy J. Anderson, die große Erfolge mit ihren im Self-Publishing verlegten eBooks feiern konnte, einen Facebook-Eintrag, in dem sie sich über eine fiese Masche beschwert. Denn offenbar wurden in einigen Facebook-Gruppen via Dropbox illegal eBooks getauscht.

Das Prozedere an sich ist sowohl für Self-Publisher als auch für Verlagsautoren nichts Ungewöhnliches. Was Poppy J. Anderson besonders enttäuscht haben dürfte, ist, dass sie einige der Mitglieder der illegalen eBook-Tauschbörsen persönlich kennt. Diese sollen zuvor unter anderem Gratis-eBooks und kostenlose Taschenbücher erhalten haben.

Cover „Hals über Kuss“ von Poppy J. Anderson

Neben Poppy J. Anderson sollen auch weitere befreundete Autorinnen und Autoren betroffen gewesen sein. Die entsprechenden Facebook-Gruppen seien mittlerweile gelöscht worden, die Autorin verfügt aber über Screenshots, die Mitglieder und Gruppen entlarven könnten.

Update: Laut Poppy J. Anderson soll es sich um 350 bis 500 eBooks, vorrangig aus dem Bereich Liebesromane handeln. Und: Mit einem eBook-Flashmob (vom 3. bis 4. Januar 2015 mindestens 2 eBooks kaufen) sollen eBook-Autorinnen und -Autorinnen unterstützt werden. Hier gibt es mehr über die Aktion.

eBook-Piraten sind selbst 99 Cent zu teuer

Besonders seltsam ist, dass es bei den eBooks teils um Preise von nur 99 Cent ging. Selbst das erscheint den eBook-Piraten offenbar zu teuer. Und bei einigen illegal zum Download bereitgestellten eBooks soll es sich um Rezensionsexemplare gehandelt haben. Da muss man wirklich selten dämlich sein.

Zumal eine solche Aktion durchaus strafrechtliche Relevanz hat, auch wenn es sich „nur“ um günstige eBooks von Self-Publishern gehandelt hat.

Zumal, um es mit den Worten von Poppy J. Anderson zu sagen:

„Wir, Autorinnen und Autoren, investieren nicht nur unendlich viel Zeit, um unsere Leser mit Geschichten zu erfreuen, sondern vernachlässigen dafür sogar Familien und Freunde. Wir stecken sehr viel Zeit in die Planung von Gewinnspielen und Messeauftritten, wir bringen wäschekörbeweise Buchsendungen zur Post, die bei uns mit Signaturen bestellt wurden (auch von Personen, die kostenlos solche Bücher bekommen haben und NUN die Frechheit besitzen, unsere Ebooks so großzügig und ILLEGAL an andere Menschen zu verteilen), wir bestellen wunderschöne Give-Aways (die auch den Personen zugute kommen, die uns nun bestehlen) und überlegen uns, mit welcher Aktion wir unseren Lesern zeigen können, wie kostbar sie uns sind. Und wir machen das sehr gerne!“

via Literaturschock.de

Die 99-Cent-Diebe: Self-Publisher klagen über Facebook-Missbrauch als illegale eBook-Tauschbörse
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