In der Schweiz hat sich eine geplante eBook-Rabattaktion zum Politikum entwickelt. Was in Deutschland aufgrund der Buchpreisbindung so nicht möglich wäre, hatte der Schweizer Medienanbieter Ex Libris ab 1. Juni seinen Kunden angeboten: 30 Prozent Rabatt auf alle eBooks. Diese Aktion wurde aber von deutschen Lieferanten „boykottiert“, wie es in einem Statement heißt. Deshalb biete Ex Libris nun vorrübergehend gar keine eBooks mehr an.

Referendum gegen Wiedereinführung der Buchpreisbindung

Die Sprecherin eines der angesprochenen deutschen Lieferanten ortet in der Ex-Libris-Reaktion im Gespräch mit der NZZ Online ein Politikum, das in Verbindung mit dem Referendum gegen die geplante Wiedereinführung der Buchpreisbindung in der Schweiz stehe. Ex Libris kämpft derzeit gegen diese Wiedereinführung, über 50.000 Unterschriften sollen bereits gesammelt worden sein. In der Regelung sind eBooks übrigens nicht mit eingeschlossen. Eine Rabattaktion mit Schweizer eBooks wäre also derzeit und auch weiterhin kein Problem.

eBook-Piraterie steigt, Preise nicht

Sorgt eine Buchpreisbindung für höhere Preise, mehr Piraterie und die Zerschlagung unabhängiger Buchläden, wie es Ex Libris befürchtet? Keine Frage, die eBook-Piraterie ist im Steigen begriffen. Sie soll Verleger rund um den Globus mittlerweile 3 Milliarden Dollar kosten! Dass das aber mit der Buchpreisbindung zu tun haben soll, bestreitet die Branche. Schließlich seien in Deutschland im Vorjahr trotz allgemein steigender Preise die Buchpreise um 2,8 Prozent gesunken, wie Dani Landolf, Chef des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands der NZZ Online sagt.

Boykott gegen Rabattaktion – Preiskampf um eBooks in der Schweiz entbrannt
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