Das Sony Xperia Z3 hat sich unserem Test-Parcours gestellt. Der japanische Hersteller hat es in der letzten Zeit ziemlich eilig und bringt jedes halbe Jahr ein neues Smartphone-Flaggschiff heraus. Dieser Trend wird teils skeptisch beobachtet. Ob das Xperia Z3 trotzdem überzeugen kann, lest ihr in diesem ausführlichen Test.

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Das Sony Xperia Z3 unterscheidet sich vor allem Äußerlich von seinem Vorgänger.

Das Sony Xperia Z3 unterscheidet sich vor allem äußerlich von seinem Vorgänger

Die Frage, ob sich das neue Sony-Flaggschiff für Besitzer des Vorgängermodells Xperia Z2 lohnt, können wir vorab schon einmal mit einem deutlichen „Nein!“ beantworten. Die marginalen Änderungen rechtfertigen einfach keine Neuanschaffung.

Der Prozessor blieb gleich, der interne Speicher und auch der Arbeitsspeicher sind unangetastet, man bekommt das gleiche Display, und die Kamera besitzt ebenfalls auf beiden Seiten dieselbe Auflösung. Was wurde denn dann überhaupt verändert?

Nun, trotz gleicher Auflösung wurde ein verbesserter Kamerasensor im Xperia Z3 verbaut und das Gehäuse ist etwas dünner und wiegt 11 Gramm weniger. Der CPU-Takt wurde zudem leicht von 2,3 Gigahertz auf 2,5 Gigahertz angehoben. Der größte Unterschied ist aber wohl der verbesserte Staub- und Wasserschutz nach IP65 und IP68.

Das bedeutet, dass das Gerät in bis zu 1,5 Metern Tiefe für 30 Minuten unter Wasser getaucht werden kann. Des Weiteren ist es gegen Wasserstrahlen mit geringem Druck geschützt. Die restlichen technischen Daten hier im Überblick.

Die technischen Daten des Sony Xperia Z3

  • 5,2-Zoll-LCD-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln
  • Snapdragon 801 Quad-Core-Prozessor mit 4 x 2,5 Gigahertz
  • Adreno-330-Grafikchip
  • 3 GB RAM
  • WLAN, Bluetooth 4.0, GPS, 3G, LTE
  • Micro-USB-Anschluss, 3,5-mm-Klinkenanschluss
  • 16 GB interner Speicher (erweiterbar per microSD)
  • 20,7-Megapixel-Hauptkamera
  • Android 4.4.4-Betriebssystem

Das sind alles erstklassige Daten, doch wo Sony mit dem Xperia Z2 den Rivalen wie Samsung damit teils überlegen war, gibt es mittlerweile mehr Konkurrenz-Smartphones auf ähnlichem Niveau.

Das Gehäuse des Sony Xperia Z3

Ein robustes Gehäuse aus Aluminium und Glas zeichnet das Sony Xperia Z3 aus.

Ein robustes Gehäuse aus Aluminium und Glas zeichnet das Sony Xperia Z3 aus

Hier bekommt man noch was für sein Geld. Das Sony Xperia Z3 zeigt sich als vorbildlich verarbeitet. Hinten kommt Glas zum Einsatz, an den Seiten ein Aluminiumrahmen, welcher von Plastikapplikationen an den Ecken unterbrochen wird. Sony verarbeitete das Aluminium allerdings etwas anders, als Samsung, es wirkt deshalb nicht so unverfälscht, macht dennoch einen vertrauenswürdigen Eindruck.

Die gesamte Haptik schmeichelt den Händen, wobei man lediglich aufpassen muss, dass man das Gerät etwas sicherer im Griff hat. Durch die Glasrückseite fühlt sich das Sony Xperia Z3 toll an, es liegt aber nicht ganz so rutschfest in der Hand. Auf der Front gibt es unten und oben einen Lautsprecher, eine Hörmuschel am oberen Ende, und das Mikrofon befindet sich unten links.

Ansonsten sieht man noch die Frontkamera mit 2,2 Megapixeln. Hinten offenbart sich die 20,7 Megapixel auflösende Hauptkamera mit LED-Blitz. An der rechten Seite befinden sich der bekannte, silberne Powerknopf, die Lautstärkewippe und der Kameraauslöser.

Des Weiteren findet man hier auch den Einschub für microSD-Speicherkarten. Dieser ist, genauso wie der Micro-USB-Anschluss auf der linken Seite, durch eine Schutzkappe verdeckt. Einen Dockinganschluss hat das Sony Xperia Z3 ebenfalls. Der 3.100 mAh starke Akku (100 mAh weniger als beim Xperia Z2) lässt sich leider nicht tauschen.

Das Display des Sony Xperia Z3

Das Display stammt aus Sonys eigener Technikschmiede und bietet ein sogenanntes Triluminos-IPS-Panel. Dieses gibt auch keinen Grund zur Beanstandung. Die Farben wirken knackig und lebendig, ohne künstlich zu erscheinen.

Ein Schlieren ist auch in schnellen Spielen oder Videos nicht erkennbar und mit Sonneneinstrahlung hat der Bildschirm ebenfalls kaum Probleme. Die Reaktion auf Toucheingaben ist vorbildlich und die Full-HD-Auflösung gemessen an der Displaydiagonalen mehr als ausreichend.

Alles wirkt scharf, und einzelne Pixel sind selbst bei genauem Hinschauen nicht zu erkennen. Hier hat Sony alles richtig gemacht.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des Sony Xperia Z3

Den geringfügig höheren Takt wird man im Alltag kaum bemerken. Ein Snapdragon 801 ist auch heute noch für alle Belange mehr als ausreichend, gepaart mit drei Gigabyte RAM ergibt sich hier eine wahrhaftige Multitasking-Spielwiese. Nicht ein einziges Mal kam das Sony Xperia Z3 während der Testzeit ins Schwitzen.

Sei es bei der Wiedergabe von HD-Videos, bei Highend-Spielen wie „Modern Combat 5“ und „Asphalt 8“ oder bei extremem Multitasking, also bei enorm viel parallel geöffneten Apps – das Sony-Smartphone zeigte sich stets souverän und unbeeindruckt von unseren Aktionen.

Die Ausdauer des Sony Xperia Z3

Trotz schmalem Gehäuse treibt ein 3.100 mAh starker Akku das Xperia Z3 an

Trotz schmalem Gehäuse treibt ein 3.100 mAh starker Akku das Xperia Z3 an

Es war eine sehr gute Entscheidung des Herstellers, dem Trend der 2K-Display zu trotzen. Durch die Full-HD-Auflösung wird der Akku nicht ganz so sehr belastet, und 3.100 mAh sind durchaus nicht wenig. Diese Kombination verleitet das Sony-Flaggschiff zu Höhenflügen bei der Ausdauer.

Abermals ließen wir die Displayhelligkeit auf 90 Prozent und alle Funkverbindungen eingeschaltet. Bei knapp 5 Stunden aktiviertem Bildschirm (es wurden diverse Spiele, das Internet, Maps, WhatsApp und YouTube verwendet) kam das Xperia Z3 auf eine Standby-Zeit von etwa 39 Stunden. Das ist durchaus beachtlich.

Wenn man das Gerät mit weniger fordernden Apps betreibt, sind sogar locker 4 Tage drin. Man kann also durchaus ohne große Sorgen mit diesem Smartphone ohne Ladegerät über ein Wochenende wegfahren.

Das Sony Xpera Z3 beim Surfen und Telefonieren

So viel Licht ohne Schatten? Da müssen wir euch leider enttäuschen, auch das Sony Xperia Z3 ist nicht perfekt. Die Hauptdisziplin eines Smartphones ist nun einmal immer noch die Kommunikation. Hier konnte ich zwar meine Gesprächspartner beim Telefonieren klar und deutlich verstehen, mein Gegenüber hingegen hatte des Öfteren Probleme, mich gut wahrzunehmen.

Häufig sollen Störgeräusche aufgetaucht sein, welche Gespräche erschwerten. Auch beim mobilen Internet zeigt sich das Gerät nicht auf demselben Niveau, wie es beispielsweise das Samsung Galaxy Alpha hat. Ein LTE-Empfang war zwar auch mit Sonys Flaggschiff in den uns bekannten Regionen möglich, doch stabil war dieser nicht immer.

Es kam gelegentlich zu Verbindungsabbrüchen. Beim WLAN hingegen gibt es keine Probleme zu verzeichnen. Hier war die Verbindung stets vorbildlich mit einer guten Signalstärke und einem recht hohen Datendurchsatz.

Software und Kamera des Sony Xperia Z3

Hier soll Android 4.4.4 KitKat zum Einsatz kommen. Wir schreiben bewusst „soll“, da man davon aufgrund der recht dominanten Herstelleroberfläche nicht mehr ganz so viel merkt. Sony hat stark Hand angelegt und viel am ursprünglichen Betriebssystem angepasst.

Ganz so überladen wie bei Samsung wirkt die Oberfläche aber nicht. Es gibt fünf Startbildschirme, auf denen man allerlei Widgets und Verknüpfungen parken kann, und mit der bekannten Zweifingergeste kommt man zu den besagten Minianwendungen und den Hintergründen.

Das Einstellungsmenü zeigt sich am meisten verändert, und zu allem Übel ist eben jenes nur über die App-Schublade zu erreichen. Leider wurde keine Verknüpfung über die obige Benachrichtigungsleiste realisiert, wie das die meisten Hersteller und auch Google selbst machen.

Die Kamera an sich ist aber eine Wucht. Wenngleich wir den Vorgänger Sony Xperia Z2 nicht getestet haben, können wir sagen, dass hier ein Ersatz für eine Kompaktkamera lauert. Die Farbgenauigkeit ist verblüffend, und die Bildschärfe ist ebenfalls mehr als vorbildlich.

Details erkennt man bis zu den Rändern hin genau. Lediglich der Autofokus könnte etwas fixer sein. Zwar ist er nicht als langsam zu bezeichnen, man hat jedoch schon schneller fokussierende Handykameras gesehen.

Fazit

Von der reinen Hardware her müsste man das Sony Xperia Z3 eigentlich eher als Sony Xperia Z2 1/3 bezeichnen. Das ändert aber nichts daran, dass das Gerät extrem schnell ist, eine verblüffende Akkulaufzeit aufzuweisen hat und über ein Display verfügt, welches kein Manko entdecken lässt.

Lediglich die Schwächen beim mobilen Internet und der Sprachtelefonie sind schade. Wer noch kein Xperia Z2 besitzt und über ein neues Flaggschiff nachdenkt, der kann das Sony Xperia Z3 definitiv in die engere Auswahl nehmen. Das Smartphone kostet derzeit rund 530 Euro, z. B. bei Amazon.

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Informationen zum Vorgänger Xperia Z2 findet ihr hier.

Sony Xperia Z3 im Test: Was taugt das wetterfeste Flaggschiff?
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