Ich habe meinen Tag auf der Frankfurter Buchmesse genutzt, mich bei den Lesern umzuhören, denn sobald ich meinen Blick einmal über den Indie-Tellerrand hinausgeworfen hatte, erkannte ich, dass die Buchwelt zwar im Wandel steckt, aber die Welt davon nichts ahnte. Bis jetzt.

7 Fragen rund um E-Books und Indie-Autoren

Als Autorin ist es mir wichtig, nicht an den Lesern vorbei zu arbeiten und so stellte ich einigen frei ausgewählten Personen 7 Fragen rund um die Themen E-BOOKS und natürlich INDIE-AUTOREN. 20 Menschen standen mir Rede und Antwort, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Die Antworten habe ich hier zusammengefasst:

1. Haben Sie schon einmal ein Ebook gelesen?

9 von 20 Befragten haben schon einmal ein E-Book gelesen, 6 davon nennen auch einen E-Reader ihr eigen. Alle anderen würden dem Druckexemplar den Vorrang geben. Gründe: „Ist halt so.“

2. Warum lesen Sie auf einem E-Reader?

Leicht, klein, schick, viele Bücher immer dabei, Lesestoff bleibt geheim (Schweinskramanonymität; DANKE für dieses tolle Wort), Buch sofort lesen können, weniger Bäume müssen sterben.

3. Tablet oder E-Reader?

Die Damenwelt liest auf einem E-Reader, die Herren mögen lieber den Schnickschnack eines Tablets. Grund: Männer lesen auf ihrem Tablet mehr Magazine mit Bildern. Mädels lieber lange Storys.

Frauen lieben eReader! (c) Amazon

 

4. Wie viel würden Sie für ein E-Book bezahlen?

Keiner der Befragten war bereit, ein E-Book zum gleichen Preis wie ein Taschenbuch zu kaufen. Hier setzt man auf günstig und zum großen Teil auch auf die Gratisdownloads. Es scheint eine Grenze von ca. 5 Euro zu geben.

5. Kaufen Sie auch die Bücher von Indieautoren?

Die Antwort macht mir Mut: Indie-was? Nur einer hatte den Begriff schon gehört, sich aber nicht weiter darum gekümmert. Die durchgängige Meinung lautete: Wenn ein Buch anspricht (Preis, Cover, Leseprobe und Bewertungen), wird es gekauft. Auf ein Verlagslogo oder auf einen Verlag in der Produktbeschreibung hatte noch niemand zuvor geachtet.

6. Was halten Sie von unabhängigen Autoren ohne Verlag? Würden Sie denen eine Chance geben?

Festhalten! Alle sagten: JA, Hauptsache oben genannte Kriterien würden passen.

7. (An die, die keinen E-Reader haben): Wodurch würden Sie sich überzeugen lassen, auf E-Books umzusteigen?

Einer: Durch nichts. Der Rest: E-Reader müssten billiger sein, E-Books von Bestsellerautoren auch. Werbung im TV wäre auch ein Ansporn, ein Gerät zu kaufen. Was bei dieser Frage aber am meisten auffiel: Keiner der Befragten kannte sich mit dem Thema aus. Nachdem ich ihnen allerdings meinen Kindle vorgeführt hatte, waren einige so weit, ihren Weihnachtswunschzettel umgehend zu ergänzen.

Fazit:

Damit bleibt mir nur zu sagen: Her mit guten Werbespots und die Welt gehört uns, den Indies, die mit guten, fairen Preisen den entstehenden Markt erobern können. Man freut sich darauf, neue spannende Geschichten, neuer spannender Menschen lesen zu können!

Noch ist es kein Fieber, aber es könnte sich sehr schnell zu einer Epidemie entwickeln …

Emily Bold ist Autorin und Büchernärrin, liest aber auch eBooks mit Kindle und Co. Auf ihrer Homepage könnt ihr mehr über sie und ihre Arbeit als Autorin sowie ihre aktuellen Buchprojekte erfahren.

Frankfurter Buchmesse: E-Book-Fieber – oder doch nur leicht erhöhte Temperatur?
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