Keine Frage, klassische E-Reader wie Amazons Kindle oder Sonys PRS sind heiß begehrt und jedem, der diesen Vertretern ihrer Zunft das baldige Aus prophezeit, würde ich ohne Bedenken einen Vogel zeigen. Aber dennoch spüren sie den heißen Atem durch die Multimedia-Tablets – allen voran Apples iPad und sein Nachfolger iPad 2. Robert L. Mitchell von der Computerworld sieht sogar den Kampf für iPad und Co. um die Vorherrschaft unter der E-Book-Leserschaft schon entschieden – für iPad und Co.

Autoren im Multimedia-Fieber

Mitchell erklärt seine Prognose „Why iPads will beat E-Readers“ sogar ganz nachvollziehbar, sodass auch ich nachdenklich mit dem Kopf nicke. Während man auf dem E-Reader „nur“ liest, kann man mit den Multimedia-Tablets surfen, Musik hören, Filme schauen – UND lesen. Und will man wirklich zwei Geräte mit sich herumschleppen – wenn man das iPad schon einmal hat, warum noch zusätzlich einen E-Reader? Außerdem, so Mitchell, würden die E-Book-Autoren schon bald damit anfangen, die neuen Multimedia-Möglichkeiten auch zu nutzen. Das heißt, sie werden Videos produzieren, an bedeutungsschwangeren Stellen Musik einspielen, teilweise auch kommentieren – das E-Book also multimedial gestalten. Dann heißt es: Kindle adé.

E-Ink bald auch in Farbe

Während ich allerdings noch leicht nicke baut sich in mir auch schon ein kleiner Widerstand auf. Ich will die E-Reader verteidigen. Zuerst einmal hat nicht jeder ein iPad oder will sich in Zukunft eines zulegen. Außerdem sind E-Reader dank der E-Ink-Technologie immer noch geeigneter zum Lesen. Sie lassen sich auch leichter transportieren. Darüber hinaus wird es in absehbarer Zeit auch Farb-Displays in E-Ink-Technologie geben. Die aktuellen Bildschirme sind ja ohnehin schon schneller und kontrastreicher als die Ur-Versionen. Von der Akkuleistung will ich schon gar nicht mehr reden. Es gibt also diverse Vorteile, die die E-Reader-Hersteller in den nächsten Monaten und Jahren sicherlich auch geschickt ausspielen werden. Fazit: Mir ist um die E-Reader nicht bange.

Was meint ihr? Ist der klassische E-Book-Reader schon eine aussterbende Rasse, bevor er sich noch zum Massenmedium aufgeschwungen hat?

E-Reader-Zukunft – iPad-Erfolg macht Kindle & Co. zu schaffen
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