Es gehe um die Zukunft der gebrauchten eBooks, titelt ein US-Newsblog pathetisch. Tatsächlich soll Mitte Januar 2015 darüber entschieden werden, ob der Verkauf von „gebrauchten“ eBooks über die Plattform Tom Kabinet legal ist.

Tom Kabinet: Second-Hand-Plattform für eBooks unter Beschuss

Die niederländische Second-Hand-Plattform für eBooks, Tom Kabinet, steht seit ihrem Launch unter juristischem Beschuss. Publisher gehen gegen den Verkauf von „gebrauchten“ eBooks vor, da digitale Werke immer wie neu seien und beliebig oft verkauft werden könnten. Außerdem wird der Handel mit illegal heruntergeladenen eBooks befürchtet.

Auf Tom Kabinet kann man (noch) gebrauchte eBooks verkaufen (c) Screenshot TomKabinet.nl

Auf Tom Kabinet kann man (noch) gebrauchte eBooks verkaufen (c) Screenshot TomKabinet.nl

Genau diesen Bedenken hat die innovative Plattform aber schon entgegengewirkt. Es dürfen keine illegal heruntergeladenen eBooks und keine eBooks mehrfach verkauft werden. Das wird unter anderem durch das Einbinden eines Wasserzeichens gelöst.

Das Ganze funktioniert so: Es dürfen nur eBooks im ePub-Format verkauft werden, die bei den holländischen Händlern eBook.nl und BOL.com legal erworben wurden. Eine spezielle Software soll sicherstellen, dass die eBooks bei den Verkäufern von der Festplatte komplett gelöscht werden.

Registrierung und DRM sollen illegale eBook-Händler bannen

Die eBooks werden mit einem neuen Wasserzeichen (DRM) versehen, sodass ein illegales Kopieren unmöglich gemacht werden soll. Zudem soll der Zwang zur Registrierung auf der Plattform Käufer und Verkäufer zum rechtlich einwandfreien Handeln zwingen.

Aber zurück zur aktuellen Lage: Eine für den 13. Januar 2015 anberaumte Entscheidung vor einem Amsterdamer Bezirksgericht soll klären, ob Tom Kabinet, wie der Plattform von der niederländischen Verlegervereinigung vorgeworfen wird, den Handel mit illegalen eBooks fördert.

Gebrauchte eBooks verkaufen: 90 Prozent sollen Piraten sein

Die Verleger haben laut eigenen Recherchen festgestellt, dass 90 Prozent aller auf der Second-Hand-Plattform gehandelten eBooks von illegalen Download-Seiten stammen sollen. Ob diese Zahl stimmt, darf bezweifelt werden, aber sicher dürfte Tom Kabinet nicht alle Schwarzen Schafe ausschließen können.

Sollte die Website allen Unkenrufen zum Trotz Recht bekommen und der Handel mit gebrauchten eBooks nach dem Tom-Kabinet-Modell erlaubt werden, dann soll die Expansion in weitere europäische Länder vorangetrieben werden. Aktuell ist das Ganze nur in den Niederlanden möglich.

via Good E Reader

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