Die Reiseführer von Lonely Planet gelten bei vielen erfahrenen Reisenden als die besten der Welt. Sie geben Hinweise, die über die ausgetretenen Pfade hinausgehen und sorgen so oftmals für eine individuellere Reise als das bei vielen anderen Reiseführern der Fall ist – das galt zumindest in der Vergangenheit.

Denn durch die vielen positiven Erfahrungen der Leser hat sich schnell verbreitet, dass diese Reiseführer nur zu empfehlen sind.

Doch genau darin liegt das Problem. Werden bestimmte Spots, Routen und Tipps mit zunehmendem Erfolg von Lonely Planet zu bekannt, verlieren sie für viele ein Stück weit ihren Reiz. So ist der “Lonely Planets Wann am besten wohin?: Der ultimative Reiseplaner für jeden Monat” beispielsweise Bestseller Nr. 1 auf Amazon – und damit ein absolutes Massenprodukt.

Die Geheimtipps sind nicht mehr länger geheim und die Hinweise sind nicht mehr nur Insidern vorbehalten. Der Massentourismus bevölkert die Wege, Straßen und Orte, die zuvor nicht jedem ein Begriff waren. Das Erlebnis ist nicht mehr authentisch.

Reiseführer von Lonely Planet sind ein absoluter Erfolg

Das Image, das sie bekannt und beliebt gemacht hat, geht jedoch verloren. Sie kanibalisieren sich quasi selbst. Das Ziel Reisenden einen Einblick in das echte Leben in einem Land oder einer Stadt zu geben, mit dem die ersten Lonely Planets gemacht worden sind, kann damit schlussendlich immer weniger erfüllt werden.

So sind sie für die ersten Kunden nicht mehr das was sie einmal waren. Für viele sind sie nun aber dennoch eine interessante Lektüre in Vorbereitung auf eine Reise – für viele.

Das Problem der Reiseführer von Lonely Planet
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