Ursula Poznanski und Arno Strobel zeigen in ihrem jüngsten Werk „Anonym“ auf erschreckende Weise, dass so mancher Wunsch nicht zu laut ausgesprochen werden sollte. Er könnte in Erfüllung gehen.

Das Internet. Eine Welt der tausend Möglichkeiten, in der Fremde mit einem Mausklick zu Freunden werden. Doch nicht jeder schafft sich in diesem unendlichen Universum ein heilvolles Zuhause. So mancher nutzt den Schutz der Anonymität für gar bitterböse Pläne. Und in einer Welt, in der selbst das Böse seine Anhänger findet, ist es nur allzu leicht, sämtliche Moral zu vergessen.

Cover: „Anonym“ von Ursula Poznanski und Arno Strobel (c) Rowohlt

Nina Salomon ist erst kürzlich versetzt worden und wird gleich mit einem spektakulären Fall betraut. Ein Rechtsanwalt wurde auf perfide Weise getötet, das Vorgehen an Grausamkeit kaum zu übertreffen. In einem Votingspiel der Internetseite „Morituri“ werden immer neue Kandidaten einem virtuellen Publikum vorgestellt. Der Favorit der Userschaft erhält einen ganz besonderen Preis: den Tod. Nina und ihr Partner dürfen keine Zeit verlieren, denn das nächste Voting steht kurz bevor. Und der Täter scheint ein unsichtbares Phantom zu sein.

Ein tödliches Spiel – als Sieg wartet der Tod

Die Kommissarin Nina Salomon wurde erst kürzlich nach Hamburg versetzt und wird direkt mit einem brutalen Fall konfrontiert. Das besonders grausame Detail: der Mord war Teil eines Votingspiels im Darknet. Die anonymen Zuschauer können aus vier Personen ihren ganz persönlichen Favoriten auswählen und somit selbst an dem Mord mitwirken. Der Auserwählte wird auf die virtuelle Schlachtbank geführt und sein Todeskampf live an die Userschaft übermittelt.

Nina Salomon und Daniel Buchholz sind schockiert von dieser geballten Mordlust und ermitteln auf Hochtouren. Das nächste Voting wurde bereits angekündigt und die Anzahl der User wächst stetig. Doch sämtliche Spuren führen ins Leere und jeder Versuch, die Internetseite „Morituri“ zu löschen, scheitert. Für Nina und ihren Partner beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sie dem Täter immer näher kommen. Schließlich so nah, dass sie selbst Teil des tödlichen Spiels werden.

„Anonym“: Packend und kompromisslos ehrlich

Mit „Anonym“ liefern die beiden Bestseller-Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel einen packenden Thriller und beweisen einmal mehr, dass sie Meister ihres Fachs sind. Beide Autoren sprechen dieselbe Sprache und entwickeln mit einer ersten Seite eine wahre Sogwirkung. Mit einem bitterbösen Blick auf die Hasskultur des Internets zeigen die Autoren auf, zu welchen Grausamkeiten Menschen bereit sind, wenn sie sich denn hinter der Anonymität des Internets verstecken können.

Anonym
63 Bewertungen
Anonym
  • Ursula Poznanski, Arno Strobel
  • Rowohlt E-Book
  • Kindle Edition
  • Auflage Nr. 1 (21.09.2016)
  • Deutsch

Letzte Aktualisierung am 24.03.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Dabei wird das Geschehen abwechselnd aus der Sicht der Ermittler Salomon und Buchholz geschildert. Geschickt wird auch die Perspektive des Mörders eingeworfen, aber nur soweit, dass dieser stets im Verborgenen bleibt. Sämtliche Figuren zeichnen sich durch ein geschärftes Profil aus, sodass auch Nebencharaktere nicht zu Statisten degradiert werden.

Fazit: Ein raffinierter Psychothriller um ein brisantes Thema

Ursula Poznanski und Arno Strobel präsentieren mit „Anonym“ nicht nur einen packenden Thriller, sondern greifen mit ihrem Werk ein ebenso wichtiges wie brisantes Thema auf. Mit viel Raffinesse, vielschichtigen Charakteren und einem sauber ausgearbeiteten Plot kreieren die Autoren ein Werk, das den Lesern noch lange im Gedächtnis bleibt.

„Anonym“ von Ursula Poznanski und Arno Strobel als ePub-eBook

Dieser Artikel wurde schon 1136 Mal gelesen!