Wenn ihr euch den Thalia-eReader OYO II kauft, wird euch vom äußeren her zuerst gar kein großer Unterschied zum Vorgängermodell auffallen. Die Maße sind gleich geblieben, das Design ist sehr ähnlich. Auch beim OYO II finden sich die vertrauten 4 Bedienknöpfe (Start, Home, links, rechts) auf der rechten Seite des Geräts. Eine Tastatur wie beim Kindle Keyboard ist nicht vorhanden. Schließlich verfügt der OYO II über einen Touchscreen. Hier setzt Thalia bzw. Computerbauer Medion erneut auf ein SiPix-Display (2. Generation, 6 Zoll, 800 x 600 Pixel, Kontrastverhältnis 11:1), das gegenüber dem OYO zwar deutlich verbessert wirkt, an die Qualität eines Pearl-E-Ink-Screens, wie ihn die Konkurrenz verwendet, aber nicht ganz heran kommt.

Der OYO II kommt am 3. Advent im eBook-Fieber-Adventsgewinnspiel zur Verlosung. Jetzt mitmachen!

Den neuen OYO jetzt auf Thalia.de kaufen.

OYO II kommt mit USB-Kabel, Netzadapter und Bedienungsanleitung (c) Jörn Brien

 

Und in noch einem Punkt sind die großen Rivalen auf dem eBook-Reader-Markt, ob sie nun Kobo Touch, Kindle 4 oder Sony PRS-T1 heißen, dem OYO II voraus. Während der OYO II in Sachen Gewicht kräftig zugelegt hat und jetzt 255 Gramm auf der Waage bringt (OYO: 240 Gramm), sind Kobo Touch (185 Gramm), Kindle 4 (170 Gramm) und Sony PRS-T1 (168 Gramm) deutlich leichter. Zudem ist der OYO II auch bei der Dicke Spitzenreiter: Mit 11 Zentimetern Millimetern übertrumpft er die Konkurrenz teils deutlich (Sony PRS-T1: 8,9 Millimeter, Kindle 4: 8,7 Millimeter). Beim Preis hingegen liegt der OYO 2 mit seinen 119 Euro gleich hinter Amazons Kindle 4, für den ihr 99 Euro auf den Tisch legen müsst.

OYO II beschleunigt mit seltener Bildschirmaktualisierung

Nachdem ich mich bei meinem OYO-II-Test durch den Registrierungs- und WLAN-Anmeldungsprozess gekämpft hatte, präsentierte sich der OYO II zuerst mit recht langsamen Reaktionen beim Blättern. Da bin ich Schnelleres gewöhnt. Nachdem ich allerdings die Bildschirmaktualisierung auf “selten” gestellt hatte, lief der OYO II wie am Schnürchen, etwas störend sind die in diesem Modus leider hin und wieder auftretenden Ghosting-Effekte. Positiv überrascht war ich von der guten Reaktion des Touchscreens auf meine Fingertipps. Etwas schwerfällig hingegen hat bei meinem Testgerät der automatische Lagesensor reagiert.

OYO II Anschlüsse: Micro-SD, Kopfhörer, Mini-USB (c) Jörn Brien

 

Kommen wir aber einmal zu den eBooks und dem Leseerlebnis. Leider war auf meinem Test-OYO II kein eBook vorinstalliert, mal abgesehen von der Bedienungsanleitung. Macht aber gar nichts, da ich ja ohnehin den Shop testen wollte und es dort kostenlose eBooks gibt. Der eBook-Kauf gestaltet sich nicht ganz so einfach, wie ich es von Amazon kenne. Nach einem langwierigen Registrierungsprozess konnte ich ein Gratis-eBook herunterladen, musste allerdings trotzdem meine bevorzugte Zahlungsart angeben, was ich eigentlich vermeiden wollte. Geschenkt; das eBook-Lesen selbst macht natürlich auch am OYO II so richtig Freude. Dabei kann der Leser aus 7 Schriftgrößen und 6 Schrifttypen wählen, Lesezeichen setzen, Notizen machen, im Buch nach bestimmten Wörtern suchen oder direkt zu einer bestimmten Seite wechseln. Weitergeblättert wird über die Links-Rechts-Tasten oder per Fingerwisch über den Touchscreen.

Speicher verdoppelt, Webbrowser nur für Notfälle

Auf den OYO II könnt ihr ungefähr doppelt so viele eBooks, Fotos oder Lieder bzw. Hörbücher speichern wie auf das Vorgängermodell, denn der interne Speicher wurde von 2 GB auf 4 GB aufgestockt und ist per externe Speicherkarte sogar noch um 32 GB erweiterbar. Per Webbrowser könnt ihr euch vom OYO II auch in die Weiten des WWW schießen lassen, allerdings ist das kein wirkliches Erlebnis und sollte nur in dringenden Fällen probiert werden. Ohnehin finden sich an Bord des OYO II ein Langenscheidt Wörterbuch (deutsch-englisch, englisch-deutsch) sowie ein neues wissen.de-Lexikon.

OYO II - Bedienung über Touchscreen und 4 Tasten (c) Jörn Brien

 

Fazit: Der OYO II hat einige kleine Schwächen. Der eReader ist mir im Test 2 Mal abgestürzt, was sich leicht durch das Bedienen des Resetknopfs auf der Rückseite des Geräts wieder in Ordnung bringen ließ. Darüber hinaus kann auch die relativ langsame Reaktionszeit beim Umblättern – wenn nicht die seltene Bildschirmaktualisierung gewählt wurde – für den Viel- und Schnellleser störend sein. Auf der positiven Seite verbuche ich auf jeden Fall das intuitiv gestaltete Menü sowie den gut reagierenden Touchscreen inklusive Lagesensor. Müsste ich eine Schulnote verteilen, würde ich dem von mir getesteten OYO II eine 3 geben.

Den neuen OYO jetzt auf Thalia.de kaufen.

Dieser Artikel wurde schon 2508 Mal gelesen!