Amazons eBook-Flatrate Kindle Unlimited scheint auf den ersten Blick eine gute Sache zu sein. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass Betrüger mit wenig Aufwand Hunderte oder gar Tausende Euro verdienen können – eine Untersuchung hat die fiesen Tricks enthüllt.

Für ehrliche Autoren und für Leser sind sie ein Graus, auch Amazon kosten sie viel Geld – Betrüger, die auf verschiedene Art und Weise Kasse mit Fake-eBooks machen. Selfpubli.eu hat die Probe aufs Exempel gemacht und dabei einige Methoden aufgedeckt. Interessant zu wissen, um entsprechende eBooks zu erkennen und umgehend melden zu können. Zum Nachmachen ist das Ganze ausdrücklich nicht zu empfehlen.

Kindle Unlimited: Betrüger heuern Klicker an

Eine einfache Methode der Kindle-Unlimited-Betrüger scheint es zu sein, ein eBook mit 3.000 Seiten zu erstellen und dieses dann einfach durchzuklicken. Nach derzeitigem Satz kann man so 9,90 Euro mit einem eBook verdienen – und hat schon einmal den Abo-Preis drin. Hat man 100 solcher eBooks kann man sich im Monat mal eben 900 Euro verdienen.

Kindle Unlimited: Amazons eBook-Flatrate kämpft mit fiesen Betrügern (c) Amazon

Kindle Unlimited: Amazons eBook-Flatrate kämpft mit fiesen Betrügern (c) Amazon

Sucht man sich nun noch sogenannte Klicker, also Leute, die – zusätzlich – für einen klicken, dann erhöht sich der Gewinn noch einmal deutlich. Das bedeutet natürlich einen wirtschaftlichen Schaden für engagierte, echte Autoren. Und das gesamte System Kindle Unlimited verliert an Glaubwürdigkeit. Amazon reagiert bisher laut Selfpubli.eu aber schleppend.

Bei den weiteren Methoden geht es vorrangig darum, den Leser durch Links auf die von ihm gewünschte Seite zu schicken, etwa, um ein Rätsel, fremdsprachige Texte oder Richtlinien zu überspringen. Die Seiten dazwischen – Umbrüche, Absätze oder zusammenkopierter oder übersetzter Text – werden vom Kindle-Unlimited-System als gelesene Seiten gezählt. So lässt sich mit einem eBook mit wenigen richtigen Wörtern richtig Geld verdienen.

Kindle Unlimited: Betrügen sogar All-Star-Gewinner?

Was mich besonders gewundert hat: Es sollen sogar 6 All-Star-Gewinner (dafür gibt es noch Boni) in Deutschland mit einer der betrügerischen Methoden arbeiten. (Matthias Matting hat ebenfalls schon über die Kindle-Unlimited-Betrügereien berichtet). Insgesamt soll mit diesen Methoden monatlich ein Millionenbetrag erwirtschaftet werden können – Amazon sollte also wirklich schnell reagieren.

Wenn euch ein solches eBook auffällt, könnt ihr es bei Amazon melden und es sollte, wenn der Konzern reagiert, schnell aus dem Angebot verschwinden. Dazu einfach ans Ende der Seite scrollen und auf „Qualitätsprobleme melden“ klicken. Selfpubli.eu war jedenfalls überrascht davon, wie häufig diese Methoden eingesetzt werden. Das sollte sich schnell ändern, wenn Kindle Unlimited weiter gut funktionieren soll.

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