Der deutsche E-Book-Markt ist ohne Zweifel im Aufschwung, allerdings ist der Höhenflug derzeit noch gebremst. Geht es nach der ICT-Management-Beratung Detecon International soll sich der Umsatz in den kommenden Jahren mehr als verzehnfachen. Demnach ist im Jahr 2015 ein Umsatz von 284 Millionen Euro möglich. 2010 standen laut GfK-Zahlen lediglich 21,2 Millionen Euro zu Buch. Zum Vergleich: In den USA werden schon jetzt rund 300 Millionen Euro umgesetzt.

E-Book-Versionen erst Monate nach Print-Ausgaben

Ein Grund dafür ist die zögernde Haltung der Verlage, obwohl die E-Book-Revolution gerade für sie und auch den Buchhandel ein großes Potenzial bietet. Holger Biermann, Senior Consultant bei Detecon: „Weil die Verlage hierzulande die E-Book-Versionen erst mehrere Monate nach den Buchdruckausgaben zur Verfügung stellen, brechen die etablierten Strukturen nur langsam auf“. In den USA würden die Verlageg dagegen schon „längst die Vorteile des E-Books zur effektiven und schnellen Verbreitung ihrer Titel“ nutzen.

Apple, Google und Nintendo im E-Book-Rennen

Weil die Verlage offenbar noch zögerlich agieren, bietet der E-Book-Markt auch Branchenneulingen die Chance, groß ins Geschäft einzusteigen. Man denke nur an Apple, Google oder Nintendo. Möglichkeiten für Unternehmen liegen zum Beispiel in den zahlreichen verfügbaren White-Label-Lösungen für E-Book-Shops an, die in bestehende Online-Auftritte eingebunden werden können. Zudem können E-Books mittlerweile per Telefonrechnung bezahlt werden. „Branchenneulinge eröffnen dem Buchmarkt Entwicklungen, die innerhalb des bestehenden Gefüges nicht möglich wären“, so Biermann.

Das Opinion Paper „eBooks – Die (R)evolution des Buchmarktes!?“ steht unter detecon.com/ebooks zum Download zur Verfügung.

E-Book-Markt Deutschland: „Strukturen brechen nur langsam auf“
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