Wie jedes Jahr wurden auch 2012 wieder unzählige Werke von verstorbenen Autoren gemeinfrei – darunter echte Hochkaräter. Das Wort “gemeinfrei” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jeder diese Werke kopieren und nach eigenem Gusto verwenden darf. Gemeinfrei wird ein Werk, zumindest in der Europäischen Union und der Schweiz, 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Wobei hier angemerkt sei, dass man nicht 70 Jahre auf das Todesdatum addieren muss, vielmehr endet das Urheberrecht genau am 1. Januar des Jahres, welches auf das 70. Todesjahr des Autors folgt. Für uns als Leser bedeutet dies, dass man die Werke (sofern verfügbar) völlig legal von Seiten wie Project Gutenberg als eBooks kostenlos downloaden kann.

eBooks kostenlos downloaden: Buch gemeinfrei

Deutschsprachige Autoren, deren Werke also seit dem 1. Januar gemeinfrei sind, wären zum Beispiel die drei Österreicher Robert Musil, Franz Blei und Stefan Zweig. Vor allem Musil gilt heute als einer der großen der deutschsprachigen Literatur und seinen Debütroman “Die Verwirrungen des Zöglings Törleß”, findet ihr bereits auf der Webseite von Projekt Gutenberg als kostenfreies eBook. Gemein ist allen drei Autoren, dass sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil gingen und auch dort starben.

Auch die heute in völlige Vergessenheit geratene deutsche Autorin Carry Brachvogel sei hier erwähnt. Zwischen 1895 und 1932 veröffentlichte sie über 30 Bücher. Nach der Machtergreifung der Nazis wurde sie mit einem Publikationsverbot belegt und starb im Alter von 78 Jahren im KZ-Theresienstadt. Dort verstarb im selben Jahr auch der deutsche Schriftsteller Georg Freiherr von Eppstein.

Gemeinfrei: Vergessene Schriftsteller würdigen

Generell finden sich nicht wenige Autoren auf der Liste, die durch den Naziterror ums Leben kamen. Gerade bei einer Autorin wie Carry Brachvogel, deren Werk auch nach dem Ende des Dritten Reiches nicht mehr verlegt wurde, kann man nur hoffen, dass die Einstufung ihres Werks als gemeinfrei vielleicht dazu führt, dass wenigstens ein paar Leser auf ihre Texte aufmerksam werden. Denn wie kann man einer Schriftstellerin besser gedenken, als ihre Romane zu würdigen?

Die Werke des Kabarettisten und Schriftsteller Fred Endrikat sind ebenfalls seit Anfang des Monats nicht mehr geschützt. Der Name dürfte den meisten von uns nichts mehr sagen, der ein oder andere kennt aber vielleicht den von ihm erdachten Spruch: “Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen”.

Eine vollständige Liste von Autoren, deren Werke diesen Monat gemeinfrei wurden, findet ihr auf WikiSource.

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