Die erfolgreiche deutsche eBook-Autorin Emily Bold – gelegentlich auch als Autorin im eBook-Fieber-Blog unterwegs – hat geschafft, wovon viele träumen: Sie hat einige sehr erfolgreiche eBooks geschrieben und veröffentlicht, hat es in zahlreiche Blogs und Nachrichten-Websites und sogar ins Fernsehen geschafft. Nun geht die Reise weiter – und zwar über den Teich. Mit Amazon Crossing schaffen es die zwei bisher erschienenen Teile der “The Curse”-Reihe (“Vanoras Fluch”, “Im Schatten der Schwestern”) als eBook- und Print-Version (!) auf den US-Markt.

Emily Bolds eBook "The Curse - Im Schatten der Schwestern"

Emily Bolds eBook “The Curse – Im Schatten der Schwestern”

 

“The Curse”: Dritter Teil ist in Arbeit

Die Tinte unter dem entsprechenden Vertrag ist gerade trocken, wie Emily Bold auf ihrer Website wissen lässt. Und weiter: “Eine komplett neue Überarbeitung von “Touch of Eternity” wird voraussichtlich im März/April wieder im Handel erscheinen. Zeitgleich wird von Amazon an der Übersetzung des zweiten Bandes gearbeitet, damit dieser dem ersten Band schon bald folgen kann.” Ein dritter Teil der Reihe ist bereits in Arbeit. Das gesamte eBook-Fieber-Team wünscht Emily alles Gute auf ihrem erfolgreichen Weg und hat die Autorin natürlich gleich zum Gespräch gebeten.

Im Interview erklärt Emily, wie es ihr gelungen ist, den Print-Vertrag an Land zu ziehen, wie alles begann und was die Schwierigkeiten und Vorteile bei der Veröffentlichung im eBook-Bereich sind:

eBook-Fieber.de: Wie hast du es geschafft, nach deinen Erfolgen als eBook-Autorin, jetzt mit Amazon als (wahrscheinlich) erste deutsche Autorin ohne Verlag und journalistischen Hintergrund im Printbereich in den USA durchzustarten?

Emily Bold: Ich würde sagen, dass ich mir den Erfolg in den letzten 20 Monaten hart erarbeitet habe. Ich verbuche mittlerweile 60 Stunden und mehr Arbeitszeit pro Woche und setze meine Maßstäbe in Sachen Qualität und Layout sehr hoch. Trotzdem wäre ich sicher nicht so weit gekommen, wenn den Lesern meine Geschichten nicht gefallen hätten, oder ich nicht manchmal das große Glück gehabt hätte, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein.

eBook-Fieber.de: Wie lange schreibst du schon?

Emily Bold: Ich habe meinen Debütroman “Gefährliche Intrigen” kurz nach der Geburt meiner Tochter begonnen. Das war vor ziemlich genau 5 Jahren. Aber das beantwortet deine Frage nur zur Hälfte, denn am “Schreiben” versuche ich mich schon viel länger. Der Traum, selbst einen Roman zu verfassen, begleitet mich schon seit meiner Jugend. Damals versuchte ich mich mit Stift und Zettel an einzelnen Kapiteln oder kritzelte den groben Inhalt einer Story in ein Schulheft. Aber weder habe ich die Anfänge aufgehoben, noch etwas unternommen, diesen Traum in die Tat umzusetzen. Irgendwann nahm ich mir vor, der Sache bis zu meinem 30. Geburtstag eine letzte Chance zu geben.

Als ich dann mit 27 – meine Kleine war ein fantastisches Baby, das nie geweint und viel geschlafen hat – etwas Zeit und vielleicht auch einen “Hormonüberhang” hatte, wagte ich es erneut. Mein Mann nahm mich – wie zu erwarten war – nicht ernst und es mussten fast hundert Seiten zu Papier gebracht werden, ehe er merkte, dass ich es dieses Mal durchzog.

Ans Veröffentlichen dachte ich damals aber überhaupt nicht. Ich schrieb das Buch allein für mich.

eBook-Autorin Emily Bold (c) Guido Karp

eBook-Autorin Emily Bold (c) Guido Karp

 

eBook-Fieber.de: Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Bücher als eBooks zu veröffentlichen? Welche Plattformen nutzt du?

Emily Bold: Die Idee, “Gefährliche Intrigen” (damals war ja schon das zweite Buch in der Entstehung) als eBook zu veröffentlichen, brachte mein Mann an. Ich war zuerst skeptisch, immerhin war es mein Buch. Ich hatte viel Herzblut hineingesteckt und fürchtete mich vor Kritik. Ich komme als Chemielaborantin beruflich aus einer ganz anderen Ecke und bin vermutlich eher mathematisch veranlagt, denn in der Schule war ich in Deutsch nicht die Beste. Meine Rechtschreibung und Interpunktion ist nicht gerade lobenswert, daher hatte ich das Buch schon lektorieren lassen, bevor ich meine eigene Auflage von 20 Stück für meine Familie und Freunde drucken ließ.

“Wäre doch nett, wenn wir die Kosten für das Lektorat wieder reinholen könnten”, schlug mein Mann vor. Dann ging das Rechnen los. Mehrere hundert eBooks würden über den Ladentisch gehen müssen, ehe ich “schwarze Zahlen” geschrieben hätte. Das hielt ich für unrealistisch und hatte kaum Hoffnung, das je zu erreichen.

Zuerst habe ich meine Bücher nur über KDP bei Amazon eingestellt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis mich erste Anfragen von anderen “Plattformen” erreichten, bei denen es meine Bücher noch nicht gab. Je mehr ich mich mit eBooks, E-Readern, Tablets und eBook-Konvertierung beschäftigte, desto interessanter erschien mir die Distribution in andere eBook-Shops. Heute kann man die Bücher fast überall kaufen, wo es eBooks gibt. Die Hauptplattformen sind Amazon, Weltbild, Thalia und der Google Playstore, in dem besonders die “The Curse”-Reihe sehr erfolgreich ist.

eBook-Fieber.de: Was war/ist das Schwierigste für dich beim Prozess des Veröffentlichens?

Emily Bold: Das Schwierigste war und ist für mich jedes Mal die Überwindung, meine Geschichten der Welt zu offenbaren. Es kommt mir vor, als legte ich meine Seele offen. Aber das ist es sicher nicht, was du meinst. Andere Schwierigkeiten hatte ich aber eigentlich nicht. KDP macht es einem sehr leicht, Bücher den Lesern zugänglich zu machen und mit etwas Übung war es auch nicht schwer, jeden weiteren Schritt auf diesem Weg zu gehen.

eBook-Fieber.de: Welche Features, Funktionen, Tools fehlen dir bei der Erstellung/Veröffentlichung eines eBooks?

Emily Bold: Ich würde mir ein Tool wünschen, das direkt aus der Textverarbeitung heraus ein perfektes eBook erstellt – natürlich im Ausgabeformat meiner Wahl, mit einer 1:1-Übernahme meines Layouts und abschließender Vorschau für die Ausgabe der verschiedenen Endgeräte. Außerdem müsste das Ergebnis ein valides eBook sein – und hier scheitern viele Tools von vornherein.

Ich arbeite mittlerweile mit einer ganzen Reihe an Programmen, um am Ende der Produktionskette mein eBook zu erhalten. Leider ist in naher Zukunft keine Besserung in Sicht, denn es ist mehr als unwahrscheinlich, dass es in absehbarer Zeit nur noch ein eBook-Format geben wird – solange dies so bleibt, werden immer mehrere Schritte zum perfekten eBook nötig sein.

eBook-Fieber.de: Wieviele eBooks hast du schon veröffentlicht, wie viele verkauft, welches war das erfolgreichste, welche Plattform am ergiebigsten?

Emily Bold: Ich habe 7 eigenständige Bücher veröffentlicht und eine Übersetzung ins Englische gewagt, welche mir jetzt letztendlich den Weg zum Amazon-Publishing-Vertrag geebnet hat.

Die Frage nach dem erfolgreichsten ist schwer zu beantworten. Erfolgreich waren eigentlich alle. Und sie haben auch alle meine Erwartungen mehr als übertroffen.

“Gefährliche Intrigen” war von den Verkaufsrängen her sehr erfolgreich – Top 20 Kindle-Bestseller in 2011 und unendlich lange an der Spitze der Liebesroman-Charts.

Die “The Curse”-Reihe hat so unglaublich positives Feedback gebracht, so viele Leser bewegt, mich anzuschreiben, mehr zu wollen und mich durch die netten Worte mehr als nur einmal zum Heulen gebracht, dass der Erfolg kaum geringer ist. Dass jetzt Payton und Sam auch in den USA eine fantastische Chance bekommen sollen, freut mich daher umso mehr.

Und da der erste Band der Windham-Reihe “Vergessene Küsse” noch nicht so lange auf dem Markt ist, sich aber wirklich fantastisch verkauft, hat er ebenfalls „Erfolgspotenzial”.

Natürlich ist Amazon für mich die wichtigste Plattform, weil auch nur hier meine Printbücher erhältlich sind.

eBook-Fieber.de: Was würdest du Autoren mit auf den Weg geben, die ihr Buch als eBook veröffentlichen wollen?

Emily Bold: Es ernst zu nehmen. Es liegt mir nicht, gute Ratschläge zu erteilen, weil manchmal einfach auch Glück im Spiel ist, aber wer mit ebenso viel Liebe und Ausdauer an seinen Covern, an der Formatierung und an seinem Autorenauftritt feilt, wie an seinen Texten, der macht zumindest nichts falsch.

eBook-Fieber.de: Würdest du – wenn du die Gelegenheit bekämest – zu einem “richtigen” Verlag und den Print-Buchbereich wechseln oder ist eBook das bessere Medium für dich?

Emily Bold: Ganz klar ist das E-Book mein Medium. Aber darum geht es nicht allein. Ich bin in der glücklichen Lage, alles zu können – und nichts zu müssen! Ich stehe seit längerem mit einem großen deutschen Publikumsverlag in Kontakt. Wir hoffen, ein Projekt zu finden, welches für alle Seiten eine spannende und erfolgreiche Zusammenarbeit garantiert.

In erster Linie bin und bleibe ich (unabhängig von einzelnen Projekten) aber in jedem Fall ein “Indie”. Ich werde weiterhin meine Bücher schreiben, wie es mir gefällt und freue mich, wenn ich damit auch die Leser erreiche. Ob ich damit auch die Verlage erreiche, ist die Frage. Fakt ist (wer seine Bücher selbst verlegt wird mir da zustimmen), ein Verlag hat schon so einiges zu bieten, wenn auch nicht um jeden Preis.

eBook-Fieber.de: Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview und dir weiterhin viel Erfolg!

Emily Bold ist Autorin und Büchernärrin, liest aber auch eBooks mit Kindle und Co. Auf ihrer Homepage könnt ihr mehr über sie und ihre Arbeit als Autorin sowie ihre aktuellen Buchprojekte erfahren.

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